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Leitlinie „Evaluation and Management of Febrile Seizures“ der IAEM

veröffentlichende Fachgesellschaft: Irish Association for Emergency Medicine (IAEM)
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 19.01.2026
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://iaem.ie/professional/clinical-guidelines/

Grundsätzliches

  • häufigste Anfallserkrankung im Kindesalter
  • treten bei 2 – 5 % aller Kinder auf
  • höchste Inzidenz liegt im Alter von 18 Monaten (am häufigsten zw. 6. Lebensmonat und 5. Lebensjahr)
  • ILAE-Definition: „Krämpfe im Zusammenhang mit fieberhafter Erkrankung bei zuvor fieberfreien Kindern im Alter von 6 Monaten bis 5 Jahren ohne ZNS-Infektion oder spezifische Ursache (wie akutes Elektrolytungleichgewicht, Stoffwechselstörung, Trauma oder Intoxikation)“
  • Rezidivrisiko bei etwa einem Drittel (bei komplexen Fieberkrämpfen am höchsten)
  • Gesamtinzidenz von Epilepsie bei Kindern, die einfache Fieberkrämpfe hatten: 1 – 2 % (höher als in der Allgemeinbevölkerung)

Klassifikation & Symptomatik

  • einfacher Fieberkrampf – FIEBER plus
    • generalisierter tonisch-klonischer Anfall
    • Dauer < 15 min
    • kein Rezidiv innerhalb derselben fieberhaften Erkrankung
    • keine postiktale Phase
  • komplexer Fieberkrampf – FIEBER plus
    • fokale Symptome zu Beginn/während des Anfalls
    • Dauer > 15 min
    • Rezidiv innerhalb derselben fieberhaften Erkrankung
    • postiktale Phase vorhanden (am häufigsten Todd-Parese)
  • febriler Status epilepticus
    • Fieberkrampf > 30 min
    • mehrere kürzere Krämpfe mit nicht vollständiger Erholung zwischen den Krämpfen, die 30 Minuten oder länger dauern

Anamnese & Diagnostik

  • Beurteilung einfacher Fieberkrämpfe konzentriert sich darauf, die Ursache des Fiebers zu identifizieren und schwere Erkrankungen als mögliche Ursache für den Krampf auszuschließen
  • alternative Ursachen in Betracht ziehen bei:
    • Alter < 6 Monaten
    • Alter > 5 Jahre
    • vorheriger afebriler Krampfanfall
    • komplexer Fieberkrampf
    • Entwicklungsverzögerung/-rückschritt
    • vorbestehende neurologische Erkrankungen
    • Anzeichen einer ZNS-Infektion
  • bei allen Patient*innen BZ-Prüfung
  • bei Patient*innen mit einfachen Fieberkrämpfen, denen es gut geht, i.d.R. keine weiteren Untersuchungen erforderlich

Management

  • bei aktivem Krampf Vorgehen gemäß den allgemeinen pALS-Leitlinien oder lokalen Protokollen
  • einfacher Fieberkrampf
    • Therapieziel: Ursachen-Identifikation und Ursachen-Therapie
    • routinemäßiges Labor, Bildgebung und EEG nicht empfohlen
    • Großteil der Kinder mit einfachen Fieberkrämpfen können nach Aufklärung der Eltern über die Erkrankung nach Hause entlassen werden, sobald die Fieberursache gefunden wurde oder wenn beim ansonsten gesunden Kind der V.a. frühe Viruserkrankung besteht
  • komplexer Fieberkrampf
    • Beobachtung und weiteren Untersuchung in Kinderklinik, sofern dies nach den aufgrund der Symptomatik erforderlichen Notfalluntersuchungen und -maßnahmen als notwendig erachtet wird
  • Rolle der prophylaktischen Gabe fiebersenkender Medikamente und Antiepileptika
    • prophylaktische Gabe fiebersenkende Medikamente senkt die Häufigkeit von wiederkehrenden Fieberkrämpfen nicht
    • Cochrane-Review konnte zeigen, dass prophylaktische Antiepileptika zwar die Häufigkeit von wiederkehrenden Fieberkrämpfen senken, die Nebenwirkungen jedoch zu hoch sind, um ihren Einsatz zu rechtfertigen
Published inLeitlinien kompakt

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