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Leitlinie „Podcast Production and Use in Competency-Based Health Professions Education“ der NAPNAP

veröffentlichende Fachgesellschaft: National Association of Pediatric Nurse Practitioners (NAPNAP)
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 12.01.2026
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://doi.org/10.1016/j.pedhc.2025.12.009

Definitionen

  • Digital Impact Factor
    • numerische Ergebnis einer Berechnung, die Einfluss, Autorität und Reichweite von Medien auf der Grundlage von Internet-Domain-Bewertungen und Followerzahlen in sozialen Medien misst
    • Lin M, Phipps M, Chan TM, Thoma B, Nash CJ, Yilmaz Y, Chen D, He S, Gisondi MA. Digital Impact Factor: A Quality Index for Educational Blogs and Podcasts in Emergency Medicine and Critical Care. Ann Emerg Med. 2023 Mar 24:S0196-0644(23)00119-1. doi: 10.1016/j.annemergmed.2023.02.011. Epub ahead of print. PMID: 36967275
    • lesenswerter Artikel zum Digital Impact Factor: https://www.aliem.com/digital-impact-factor/
  • Free Open Access Medical Education (FOAM)
    • Synonyme sind FOAMed und Open Educational Resources (OER)
    • frei verfügbare Bildungsressourcen auf verschiedenen internetbasierten Plattformen, darunter Podcasts, Blogs und Social-Media-Beiträge.
    • offene Zugang erhöht die Reichweite, und die Technologie macht sie leicht zugänglich, was dazu beitragen kann, die Wissensvermittlungslücke zu schließen
  • Influencer*in
    • Content-Creator*innen, die durch ihr großes soziales Netzwerk an Follower*innen eine Botschaft über soziale Medien erheblich verstärken kann
    • Begriff entstand vor dem Aufkommen sozialer Medien und bezeichnet die Fähigkeit einer Person, das Verhalten und die Meinung eines Publikums durch ihre große öffentliche Reichweite zu beeinflussen
  • Learning Management System (LMS)
    • Softwareplattform zur Erstellung, Organisation und Bereitstellung von Lerninhalten in Bildungsprogrammen
  • Podcast
    • digitale Audiodateien, die über einen RSS-Feed (Real Simple Syndication) von Podcast-Plattformen an verschiedene Anbieter (z. B. Spotify, Apple Podcasts) verteilt werden, wo sie gestreamt oder heruntergeladen werden können
    • Begriff „Podcast“ ist eine Kombination aus „iPod“ und „Broadcast“ (Sendung)
    • Podcasts werden nicht live gestreamt, sondern sind jederzeit über das Internet abrufbar
    • sind episodisch aufgebaut und variieren in Länge und Erscheinungsfrequenz
  • Real Simple Syndication (RSS) feed
    • einzigartiger Hyperlink, der die automatische Verteilung von Audiodateien und Podcast-Informationen an Podcast-Verzeichnisse vereinfacht, wo Hörende die Inhalte abspielen, abonnieren und kommentieren können
    •  Verwendung eines RSS-Feeds ermöglicht einfachere und breitere Verbreitung des Podcasts in allen ausgewählten Verzeichnissen durch automatische Aktualisierungen und erhöht die Auffindbarkeit über verschiedene Streaming-Dienste
  • Search Engine Optimization (SEO)
    • strategische Verbesserung der Website-Funktionalität, die den Inhalt der Website mithilfe von Ziel-Keywords und hochwertigen Webdesign-Elementen genauer darstellt und so zu mehr unbezahltem Traffic aus authentischen Suchanfragen führt
schematische Darstellung des kontinuierlichen Zyklus der Podcast-Produktion und -Nutzung sowie dessen Beziehung zu den sechs wichtigsten Qualitätsempfehlungsbereichen, die kompetenzbasierte Bildung unterstützen

Empfehlungen für Zuhörer*innen & Lernende

Glaubwürdigkeit der Inhalte

  • Produzent*innen und Dozent*innen konstruktives Feedback geben
  • digitale und soziale Medienkompetenz entwickeln und trainieren, um Inhalte kritisch zu bewerten, Voreingenommenheit oder Fehlinformationen zu erkennen und minderwertige Informationen zu identifizieren

didaktische Gestaltung

  • Podcast-Sendungen mit klarem Branding und ausgeprägtem Bildungsfokus wählen
  • Episoden priorisieren, die höhere Denkprozesse fördern, wie Fallbesprechungen und Literaturkritiken

Integration in den Lehrplan

  • Podcasts wählen, die Ihren persönlichen Lernzielen entsprechen
  • Inhalte priorisieren, die das Denken auf höherer Ebene fördern
  • Überlegungen, wie Podcasts in übergeordnete Bildungsziele passen

Einbindung der Lernenden und Zugänglichkeit

  • digitale Kompetenzen entwickeln, um sich auf Technologieplattformen zurechtzufinden und Spieler effektiv zur Personalisierung des Lernens einzusetzen
  • aktive Lernstrategien wie Reflexion oder die Beantwortung eingebetteter Fragen nutzen
  • professionelle Teilnahme an Online-Communities
  • Verhaltensregeln im Internet befolgen, um die Erwartungen an das Verhalten in anderen Online-Bereichen widerzuspiegeln (private Informationen schützen, Cybermobbing ablehnen und Quellenangaben verwenden)

Bewertung und Feedback

  • Anleitung und Feedback von Lehrkräften erwarten, um kontinuierliches Wachstum zu unterstützen
  • Reflexion nutzen, um tiefere Verbindungen und Lernprozesse zu fördern
  • auf lebenslanges Lernen setzen
  • Geduld, Fleiß und Selbstfürsorge nutzen, um den Fortschritt auf dem Weg zur Meisterschaft aufrechtzuerhalten

Qualitätssicherung

  • Entwickelung wichtiger digitaler Kompetenzen, um Inhalte in den Kontext einzuordnen und deren Glaubwürdigkeit zu beurteilen
  • digitale Impact-Faktoren als Richtwert nutzen, aber beachten, dass qualitativ hochwertige Nischensendungen niedrigere Werte aufweisen können
  • Einsatz von Bewertungsinstrumenten zur Beurteilung der Qualität erlernen

Empfehlungen für Pädagog*innen

Glaubwürdigkeit der Inhalte

  • Transparenzdaten bzw. Bewertungssysteme (z.B. den digitalen Impact Factor) mit Vorsicht nutzen und konzentrieren Sie sich auf Glaubwürdigkeitsindikatoren
  • Podcasts mit klaren Qualifikationen, Offenlegung von Interessenkonflikten, Referenzen und verständlichem Audio priorisieren
  • Podcasts nicht allein aufgrund der Fachsprache ausschließen, wenn die Zielgruppenrelevanz hoch ist

didaktische Gestaltung

  • als Inhaltskurator*in mit Fokus auf Lernbedürfnisse agieren, nicht als Sammler*in & Verteiler*in
  • Präferenzen der Lernenden und deren Nutzungsgewohnheiten berücksichtigen (z. B. Pendeln, Multitasking)
  • Podcasts mit den Lernzielen in Einklang bringen
  • Blooms „Podcast“-Taxonomie als Leitfaden für die didaktische Gestaltung

Integration in den Lehrplan

  • mit den Ergebnissen beginnen und Backward Design nutzen, um geeignete Podcasts zu integrieren
  • Microlearning nutzen, um gezielte Wissenslücken zu schließen und einen aufgeblähten Kurs zu vermeiden
  • Episoden mit aktiven Lernaktivitäten verbinden (z. B. Flipped Classroom, Diskussionsforen)
  • Einsatz von Podcasts erwägen, um komplexe Themen einzuführen oder bereits vorhandenes Wissen zu festigen

Einbindung der Lernenden und Zugänglichkeit

  • Präferenzen und Hörgewohnheiten der Lernenden berücksichtigen
  • visuelle Lerntypen auf Transkripte, detaillierte Moderationstexte oder visuelle Ergänzungen hinweisen
  • Lernziele mit Aufgaben und Erwartungen verknüpfen
  • Technologie mit sozialem Lernen für gemischte Lerngruppen verbinden

Bewertung und Feedback

  • Lernerfolge in kompetenzbasiertem Modell überprüfen
  • Podcasts mit aktiven Lernmethoden des Flipped Classroom kombinieren (z. B. kritische Reflexion, Diskussionsforen, Simulationen)
  • formative Lernprozesse anhand von Lernstandserhebungen zu Wissen, Fertigkeiten und Einstellungen bewerten, nicht nur anhand des reinen Inhaltsabrufs

Qualitätssicherung

  • ganze Folgen in der Vorschau anschauen, v.a. wenn keine Qualitätskennzahlen vorliegen
  • bei fehlender einheitlicher Bewertungsmethode ist professionelles Urteilsvermögen gefragt
  • Sicherstellen, dass die Ziele des Podcasts mit den Bildungsstandards übereinstimmen

Empfehlungen für Podcast-Produzent*innen & -Hosts

Glaubwürdigkeit der Inhalte

  • klare Marktlücke und unerfülltes Bedürfnis definieren
  • Skript zu wissenschaftlichen Referenzen erstellen
  • Nutzung von Checklisten, um die Glaubwürdigkeit zu gewährleisten
  • Verweise in den Shownotes anzeigen
  • Offenlegung finanzieller Beziehungen und Interessenkonflikte von Gastgeber*innen und Gäst*innen
  • Offenlegung der Qualifikationen von Autor*innen und Gäst*innen
  • Meinungen klar voneinander abgrenzen

didaktische Gestaltung

  • gleichbleibende Dauer einhalten (oft 15 – 25 min)
  • vielfältige Lehrstrategien nutzen (fallbasiertes Lernen, kritische Artikelanalyse)
  • Privatsphäre respektieren
  • Stimmfarbe, Empathie und Erzählkunst einsetzen, um Kontext und Authentizität zu schaffen
  • übertriebene Ausdrücke vermeiden (z.B. „unglaublich“)
  • Versuch aktiv implizite Vorurteile abzubauen

Integration in den Lehrplan

  • Nische der Sendung an klar formulierten Lernzielen ausrichten
  • Inhalte erstellen, die unterrepräsentierte Themen aufgreifen, um die Bedürfnisse der Lernenden zu unterstützen
  • Episodentitel zur besseren Auffindbarkeit eindeutig mit expliziten Inhaltsbegriffen kennzeichnen

Einbindung der Lernenden und Zugänglichkeit

  • hochwertiges, sauberes Audio erstellen
  • informeller Ton mit lockerer Gesprächssprache, Geschichten, Humor und einheitlichem Branding
  • Wiederholung von charakteristischen Sätzen, Mottos oder wiederkehrenden Segmenten trägt dazu bei eine wiedererkennbare Podcast-Persönlichkeit zu etablieren
  • Sprechunflüssigkeiten vermeiden (z.B. „sozusagen“, „ähm“)
  • Einbeziehung vielfältiger, interprofessioneller Stimmen fördert die Repräsentation, ermöglicht es dem Publikum, die eigene Identität widergespiegelt zu sehen, bietet den Mitwirkenden Sichtbarkeit und Anerkennung und schafft impliziten Lehrplan der Professionalität
  • Förderung der Online-Community durch soziale Medien und Hörerbeteiligung

Bewertung und Feedback

  • klare Lernziele formulieren
  • Lernziele für Episoden formulieren, damit Lehrende die Bewertung darauf abstimmen und Zuhörer*innen zur Selbstreflexion anregen können
  • übersichtliche Gestaltung des Podcast-Designs erhöht pädagogischen Wert

Qualitätssicherung

  • nach Möglichkeit ein Peer-Review-Verfahren vor der Veröffentlichung nutzen
  • Instrumente zur Qualitätssicherung für Interviews anpassen und sicherstellen, dass die Gäst*innen über die Qualitätsstandards informiert sind
Published inLeitlinien kompakt

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