veröffentlichende Fachgesellschaft: Indian Chest Society (ICS)
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 21.02.2026
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://doi.org/10.4103/lungindia.lungindia_665_25
Epidemiologie, Definition und Klassifikation
- eine der Hauptursachen für Morbidität und Mortalität bei Kindern weltweit sind akute Atemwegserkrankungen
- Husten ist eine der häufigsten Beschwerden, mit denen Kinder weltweit in der Primärversorgung vorstellig sind
- Definitionen
- Definition „chronischer Husten bei Kindern“: Standarddauer von 4 Wochen
- Definition „prolongierter akuter Husten“: Husten, der 3 bis 8 Wochen andauert
- Definition „habitueller Husten“: wiederkehrender, unproduktiver Husten, der den ganzen Tag über anhält, aber verschwindet, wenn das Kind schlafen geht
- Art des Hustens, der aus einer akuten Atemwegserkrankung resultiert, kann je nach Auswirkung der Atemwegsinfektion auf die Atemwege variieren
- Anamnese und klinische Untersuchung sind die genauesten und effizientesten Methoden, um die Ursache für den Husten eines Kindes zu ermitteln
- klinische Untersuchung hilft bei Unterscheidung zw. trockenem und feuchtem Husten
- labormedizizinische Untersuchung und Röntgen-Thorax nicht erforderlich, wenn Anamnese und Symptome mit einer Bronchitis oder Erkältung übereinstimmen
- Symptome, Dauer und Ursache von Husten bei Kindern und Erwachsenen variieren
Diagnose & Klassifikation von Husten bei Kindern
- Unterscheidung zw. trockenem und feuchtem Husten bei Kindern < 5 Jahren schwierig aufgrund des fehlenden Auswurf
- verschluckter Auswurf kann bei Kindern < 5 Jahren als Erbrochenes erscheinen
- Farbe des Auswurfs ist kein verlässliches Kriterium für die Unterscheidung zwischen bakterieller und viraler Bronchitis
- Ausschluss von Erkrankungen wie angeborene Herzfehler, Fehlbildungen und gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) bei Husten im Neugeborenenalter
- Kinder mit trockenem Husten leiden i.d.R. an Virusinfektionen, Allergien oder eingeatmeten Reizstoffen
- Kinder mit Bronchiektasie oder chronischer Lungenentzündung können anhaltenden produktiven Husten aufweisen
- sorgfältige Untersuchung von Hustengeräuschen bei Kindern mit äußerster Präzision, um genaue Diagnose zu stellen
- Beurteilung von Hustengeräuschen kann in der klinischen Praxis subjektiv sein und auf Erfahrung und Fachwissen des ärztlichen Personals beruhen
- bestehende Algorithmen und Instrumente zur Kategorisierung von Husten sind i.d.R. für Fachärzt*innen konzipiert und richten sich nicht an Allgemeinmediziner*innen
- gelegentlich kann feuchter Husten wie trockener Husten klingen, aber mit rauschendem Geräusch in der Brust einhergehen
- feuchter Husten deutet auf Beteiligung der proximalen unteren Atemwege hin, nämlich auf Bronchitis, die häufig viral, häufig allergisch und gelegentlich bakteriell bedingt ist
- häufiger auftretende Tachypnoe als feuchter Husten deutet auf Bronchiolitis oder Beteiligung der distalen unteren Atemwege hin
Management von Husten bei Kindern
- bei kurzfristiger Anwendung oraler Kortikosteroide deutet das Nachlassen des Hustens auf Asthma hin
- Einsatz von Bronchodilatatoren, wenn Kinder unter Bronchospasmen oder Keuchen leiden
- bei der Beurteilung von feuchtem Husten verstärkt auf Keuchen achten, um die Verwendung empirischer Hustenmittel, die Bronchodilatatoren enthalten können, zu vermeiden
- angesichts der Nebenwirkungen von Bronchodilatatoren diese nur Patient*innen verschreiben, bei denen in der klinischen Untersuchung ein Keuchen festgestellt wurde
- Hustenlöser nur bei bestimmten Erkrankungen mit übermäßiger Schleimbildung hilfreich (Erleichterung beim Abhusten von Schleim, indem sie entweder die Bronchialsekretion erhöhen oder deren Viskosität verringern)
- Antihistaminika nur bei Vorliegen von Allergiesymptomen empfohlen und nicht bei allen Hustenfällen
- keine Antibiotika zur Behandlung einer unkomplizierten akuten Bronchitis
- keine Hustenmitteln mit mehreren Wirkstoffen, angesichts der mit der Anwendung verbundenen Risiken
- Hustenmittel mit mehreren Wirkstoffen versprechen schnelle Linderung, sind jedoch wenig wirksam
- CAVE: tödliche Nebenwirkungen, Krämpfe und Ohnmachtsanfälle möglich bei Kindern, die Codein einnehmen
- FDA rät davon ab, Kindern < 2 Jahren Erkältungs- und Hustenmittel zu verschreiben
- keine Hustensäfte mit Codein und Hydrocodon bei Patient*innen < 18 Jahre
- Ambroxol nur bei akutem feuchtem Husten bei Kindern wirksam, jedoch nur unter bestimmten Bedingungen wie zystischer Fibrose und Bronchiektasie, die zu zähem und klebrigem Schleim führen
- Guaifenesin hat günstiges Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil bei Kindern (CAVE: nur bei Erkrankungen wie Mukoviszidose und Bronchiektasie wirksam, die zu zähem und klebrigem Schleim führen)
- Dextromethorphan als Einzelwirkstoff hat solide Evidenzbasis für trockenen Husten bei Kindern
- Initialtherapie in Abhängigkeit der Symptome mit Hustenmedikamenten mit einem oder möglichst wenigen Wirkstoffen
- bei Keuchen Mono-Bronchodilatator anstatt Bronchodilatator mit mehreren Wirkstoffen, um Unterdosierung in der aktuellen Episode zu vermeiden und zukünftige Episoden zu verhindern (Einsatz von Bronchodilatatoren, wenn Kinder unter Bronchospasmen oder Keuchen leiden)
- Behandlung von Husten bei Kindern auf spezifische Symptome ausrichten, mit möglichst wenigen Wirkstoffen und auf der Grundlage einer ersten Einstufung des Hustens


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