Ein neues Jahr bedeutet für viele Menschen neue Routinen, neue Ziele, neue Energie. Für uns in der Notfallmedizin sollte dies vor allem eines bedeutet: Verantwortung. Verantwortung für unsere Entscheidungen, die in Sekunden getroffen werden. Verantwortung für die Menschen, denen wir in ihren verletzlichsten Momenten begegnen. Verantwortung für ein System, das einerseits oft am Limit läuft und gleichzeitig nur so gut ist wie die Haltung derjenigen, die es tragen. Deswegen gibt es hier bei FOAMio auch zwei große Vorsätze, die es noch mehr zu prägen und in den Mittelpunkt zu stellen geht, um dafür zu sorgen, dass Notfallmedizin auf Evidenz basiert und gleichzeitig die Würde jedes Menschen schützt – egal ob körperlich oder psychisch! Denn: Evidenz + Empathie = gute Notfallmedizin!
Noch mehr evidenzbasierte Medizin – weil Sekunden zählen, aber Fakten auch
Die Förderung der evidenzbasierten Medizin bedeutet vor allem uns Notfallmediziner*innen bei den folgenden Punkten zu unterstützen:
- Leitlinien nicht nur kennen, sondern leben
- Diagnostik, Therapie und vor allem „althergebrachte Mythen“ kritisch hinterfragen
- neues Wissen aktiv suchen, statt auf altes Wissen zu vertrauen
- Stellenwert von kontinuierlicher Weiterbildung noch mehr in den Fokus zu bringen
Evidenzbasierte Medizin ist kein Luxus und vor allem kein Nice-to-have, sondern unser Sicherheitsgurt. Sie ist der Unterschied zwischen „gut gemeint“ und „gut gemacht“. Und genau das verdienen unsere Patient*innen letztendlich.
psychische Erkrankungen entstigmatisieren – gerade im Notfall
Psychische Krisen sowie die Exazerbation psychischer Erkrankungen sind medizinische Notfälle – ohne Wenn und Aber! Und trotzdem behandeln wir sie im klinischen Alltag oft anders als somatische Notfälle: mit mehr Unsicherheit, mehr Distanz, manchmal sogar mit unbewussten Vorurteilen und sehen sie nicht selten als lästige Störungen im „Betriebsablauf“.
Deswegen ist der Vorsatz uns Notfallmediziner*innen dahingehend zu prägen, psychische Erkrankungen und Krisen genauso ernst nehmen wie jede andere akute Erkrankung. Also dabei zu helfen:
- Sprache reflektieren, um nicht zu verletzen und respektvoll zu kommunizieren
- Strukturen schaffen, die Sicherheit geben
- Informationen zu vermitteln, um Angst durch Kompetenz zu ersetzen
- Mindsetprägung dahingehend, dass Patient*innen mit psychischen Krisen und Erkrankungen nicht als „schwierig“ oder „suspekt“, versehen mit einem Augenrollen, angesehen werden, sondern als genauso „hilfsbedürftig“ und „erkrankt“ wie all unsere anderen Patient*innen.
Denn Entstigmatisierung beginnt in unseren Köpfen – und zeigt sich dann schlussendlich in der von uns erbrachten Arbeit und dem entgegengebrachten Respekt unsererseits! Stigmatisierung kann schlussendlich töten und das ist das Letzte, das der größte Teil von uns Notfallmediziner*innen will!


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