veröffentlichende Fachgesellschaft: Italian Society of Anaesthesia Analgesia Reanimation and Intensive Care (SIAARTI)
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 12.11.2025
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://doi.org/10.1186/s44158-025-00306-2
Digitalisierung und Austausch von Gesundheitsdaten
Konsensusempfehlung: Digitalisierung des Patient*innenpfads in der Notaufnahme, der Intensivstation und der perioperativen Abteilung durch die Einführung einer gemeinsamen Standardstruktur für elektronische Patient*innenakten, die für den Datenaustausch und die Interoperabilität optimiert ist
- Austausch klinischer Daten ist entscheidend für die Förderung von Innovationen und die Verbesserung der Patientenversorgung, insbesondere in Einrichtungen mit hohem Versorgungsbedarf
- Digitalisierung des Gesundheitswesens steht vor erheblichen Herausforderungen, darunter der Widerstand des med. Personals aufgrund von Datenschutzbedenken, Störungen der Arbeitsabläufe und mangelndem Vertrauen in neue Technologien, v.a. in stressigen Situationen
- Bewältigung dieser Herausforderungen erfordert praxisorientierten Ansatz, der organisatorische Veränderungen und die Einbindung der Mitarbeitenden beinhaltet
- Standardisierung von Daten ist von entscheidender Bedeutung –> ohne gemeinsame Formate bleiben digitale Systeme fragmentiert
Wirksamkeit und Validierung von KI-Modellen
Konsensusempfehlung: nur Verwendung von KI-Modellen, deren Einfluss auf Patient*innenergebnisse, Entscheidungsprozesse oder Risikostratifizierung durch prospektive Studien oder randomisierte klinische Studien nachgewiesen wurde
- Integration klinisch validierter KI-Modelle in die Gesundheitsversorgung ist unerlässlich, um die Patient*innensicherheit zu gewährleisten und einen messbaren klinischen Nutzen der Modelle sicherzustellen
- Modelle müssen sorgfältig an die spezifischen Merkmale jedes klinischen Umfelds angepasst werden, um wirklich nutzbar und effektiv zu sein
- unzureichende digitale Infrastruktur, Ressourcenengpässe und Mangel an Fachkräften für die Verwaltung und den Betrieb von KI-Systemen sind weitere Hindernisse, was sich v.a. in ressourcenarmen oder sich nich entwickelnden Gesundheitssystemen zeigt
- zentrale Voraussetzung ist der Aufbau robuster lokaler Validierungsinfrastrukturen
KI-Schulung von Fachkräften im Gesundheitswesen
Konsensusempfehlung: Fachkräfte im Gesundheitswesen müssen über für ihre jeweilige Rolle/Position angemessenes Niveau an digitaler Gesundheitskompetenz verfügen, wobei Personen in Führungs- und Managementpositionen über ein tiefergehendes Wissen verfügen müssen
- Weiterbildung von medizinischem Fachpersonal ist im digitalen Zeitalter unerlässlich
- wichtige Kompetenzbereiche für sicheren & effektiven Einsatz von KI-Tools in der klinischen Praxis
- Grundkenntnisse über KI
- soziale und ethische Implikationen (Erkennen, wie soziale, wirtschaftliche und politische Kontexte die Entwicklung und Nutzung von KI beeinflussen)
- KI-gestützte klinische Begegnungen (Nutzung der KI-Ergebnisse in der Patient*innenkommunikation)
- evidenzbasierte Bewertung von KI-Werkzeugen
- Workflow-Analyse (Teamrollen, Verantwortlichkeiten und Prozesse analysieren und anpassen)
- kontinuierliches Lernen und Verbessern (kontinuierliche Weiterbildung und berufliche Entwicklung)
- multidimensionale Kompetenzen, die für Führung 4.0 zur KI-Integration im Gesundheitswesen bei Führungskräften erforderlich sind
- technische und IT-Kenntnisse
- Management- und Führungsfähigkeiten (strategische und taktische Planung, überzeugende Kommunikation, Verhandlungsgeschick, Teambildung und finanzielle Entscheidungsfindung sind unerlässlich)
- soziale und persönliche Kompetenzen (Soft Skills wie Eigeninitiative, Empathie, Motivation und Veränderungsmanagement sind entscheidend)
- Anpassungsfähigkeit und Resilienz (Führungskräfte müssen agil auf digitale Innovationen reagieren, Veränderungen antizipieren, Störungen abmildern und eine Kultur des Lernens und der kontinuierlichen Verbesserung fördern)
- kontinuierliches Lernen und berufliche Weiterentwicklung
- interdisziplinäre Zusammenarbeit (effektive Zusammenarbeit über Disziplinen und Organisationsebenen hinweg)
Prozessablauf „SMART CARE in der Notaufnahme“



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