veröffentlichende Fachgesellschaft: European Society for Emergency Medicine (EUSEM)
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 11.03.2026
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://doi.org/10.1097/mej.0000000000001323
Empfehlungen
- Beurteilung der Schmerzen mit Einfühlungsvermögen, um zu verstehen, wie die Belastung zu den Schmerzen beiträgt
- angemessene und wiederholte Beurteilung der Schmerzen unter Berücksichtigung des individuellen Alters, der kognitiven Fähigkeiten und der sprachlichen Fähigkeiten
- Behandlung der zugrunde liegenden Schmerzursachen und die Anwendung nicht-medikamentöser Schmerztherapien sind zentrale Bestandteile der Behandlung (z.B. Schienung, Ruhigstellung, Wärme-/Kälteanwendungen oder Ablenkungstechniken wie Spielen bei Kindern)
- auf Ausgangsschmerz abgestimmte altersgerechte medikamentöse Schmerztherapie –> angemessene Neubewertung unter Berücksichtigung der Schmerzintensität, der verabreichten Analgetika-Menge und des Applikationsweges (orale Gabe bevorzugen, inhalative, i.n.-, s.l.- und bukkale Applikation ggf. in Betracht ziehen)
- bei allen Patient*innen die Gabe von Analgetika inhalativ oder i.n. erwägen, während andere Analgesieoptionen geprüft oder realisiert werden
- Fentanyl i.n. und inhalatives Methoxyfluran bewirkt frühe Schmerzlinderung und ist Morphin i.v. nicht unterlegen
- Lachgas ist in Notfallsituationen zur schnellen und praktischen Schmerzlinderung für alle Einsatzkräfte etabliert
- Methoxyfluran inhalativ wird bereits bei Erwachsenen eingesetzt und ist seit Kurzem in Irland auch für Kinder > 6 Jahre zugelassen
- Auswahl der Analgetika unter Berücksichtigung der Wirkmechanismen und ihrer Vorteile und Risiken im Hinblick auf die einzelnen Patient*innen und das Risiko von Nebenwirkungen
- Kombinationstherapie dert alleinigen Gabe von Opioiden oder Dosiserhöhung vorziehen
- sorgfältige Dokumentation aller verabreichten medikamentösen Schmerzmittel sowie vor Gabe Prüfung bzgl. Kontraindikationen
- niedrigste Dosis über kürzestmöglichen Zeitraum, um Schmerzlinderung zu erzielen
- keine Gabe von Codein oder Tramadol zur Notfallanalgesie (CAVE: in einigen Ländern spielt Codein weiterhin eine wichtige Rolle in der Notfallanalgesie –> lokale und institutionelle Empfehlungen)
Management bei akuten Schmerzen in Notfallsituationen

Behandlungsoptionen im Rahmen des Managements bei akuten Schmerzen
- (a): ≥ 16 Jahre
- (b): > 1 – ≤ 15 Jahre



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