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13.10. – Internationaler Tag der Katastrophenvorbeugung – Warum es eine Gleichstellung aller Helfenden braucht?

  • Leon Eckert Grüne
  • DGKM

Am heutigen 13. Oktober wird der Internationale Tag der Katastrophenvorbeugung begangen – ein Tag, der von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde, um das Bewusstsein für Risiken zu schärfen und die Widerstandsfähigkeit von Gesellschaften zu stärken. In Deutschland zeigt sich diese Widerstandsfähigkeit besonders im Engagement Tausender ehrenamtlicher und hauptamtlicher Helfer*innen im Bevölkerungsschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Doch während das Risiko für alle Einsatzkräfte ähnlich hoch ist, sind Rechte, Absicherung und Anerkennung längst nicht gleich verteilt. Genau hier setzt die Forderung nach einer echten Helfendengleichstellung an.

Helfen ist Helfen – unabhängig von der Uniform

Ob Feuerwehr, THW, DRK, Malteser, ASB, DLRG oder andere Hilfsorganisationen: Im Einsatz zählen Sekunden, Koordination und Vertrauen. Die Belastungen, denen Helfenden ausgesetzt sind, unterscheiden sich dabei kaum nach Organisationszugehörigkeit. Studien belegen, dass Einsatzkräfte im Rettungsdienst und Katastrophenschutz ein deutlich erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen wie PTBS oder Burn-out tragen – mindestens 2,3-mal höher als in der Allgemeinbevölkerung. Diese Belastungen treffen alle Helfer*innen gleichermaßen.

Trotz dieser gemeinsamen Realität bestehen gravierende Unterschiede in der rechtlichen und sozialen Absicherung. Während Ehrenamtliche bei Feuerwehren und dem THW im Einsatzfall Anspruch auf Freistellung vom Arbeitgeber und Entgeltfortzahlung haben, trifft dies für viele Engagierte in anderen Organisationen nicht zu. Auch der Versicherungsschutz variiert je nach Status und Organisation. Aus wissenschaftlicher und ethischer Perspektive ist diese Ungleichbehandlung kaum haltbar.

Die wissenschaftliche Evidenz: Gleichstellung stärkt Resilienz

Die Forschung zeigt klar: Ungleiche Rahmenbedingungen schwächen die Resilienz des gesamten Systems. Wenn Ehrenamtliche aufgrund fehlender Freistellungsregelungen im Konflikt zwischen Beruf und Engagement stehen, sinkt ihre Verfügbarkeit im Einsatzfall signifikant. Fehlende rechtliche Klarheit führt zudem zu Unsicherheiten zwischen Ehrenamtlichen und Arbeitgebern. Dies betrifft nicht nur die individuelle Motivation, sondern auch die Einsatzbereitschaft ganzer Organisationen.

Gleichzeitig fehlen in vielen Bereichen evidenzbasierte Ansätze für ein sinnvolles Gesundheitsmanagement, das alle Helfendengruppen einschließt. Eine umfassende Gleichstellung würde nicht nur Fairness herstellen, sondern auch strukturelle Voraussetzungen schaffen, um psychosoziale Unterstützung, Präventionsmaßnahmen und Nachsorge für alle Helfenden systematisch zu verankern.

Die Gleichstellung aller Helfenden ist überfällig

Aus meiner Sicht ist die aktuelle Situation nicht nur ungerecht, sondern auch kontraproduktiv für den Bevölkerungsschutz in Deutschland. Es kann nicht sein, dass das gleiche Risiko, die gleiche Belastung und der gleiche gesellschaftliche Nutzen von Engagement unterschiedlich bewertet werden – abhängig davon, welche Organisation im Hintergrund steht.

Die Forderung nach Helfergleichstellung ist keine Forderung nach Sonderrechten, sondern nach gleichen Rechten für alle, die im Bevölkerungs-/Katastrophenschutz sowie bei der Feuerwehr und im Rettungsdienst tätig sind. Dazu gehören:

  • einheitliche Freistellungs- und Entgeltfortzahlungsregelungen für alle ehrenamtlichen Einsatzkräfte im Katastrophenfall und bei gefahrenabwehrenden Einsätzen unterhalb der Katastrophenschwelle
  • gleicher Versicherungsschutz für alle Helfenden, inkl. Invaliditäts- & Rentenansprüchen
  • flächendeckende psychosoziale Notfallversorgung (PSNV-E) für alle Einsatzkräfte, unabhängig von ihrer Organisationszugehörigkeit
  • Anerkennung und Wertschätzung auf gesetzlicher und gesellschaftlicher Ebene, die dem tatsächlichen Beitrag aller Helfer*innen gerecht wird

Die Mehrheit der Bevölkerung unterstützt diese Forderung: 64 % der Deutschen sprechen sich dafür aus, dass alle Helfenden im Katastrophenschutz die gleichen Rechte erhalten sollten.

Quellen

Published inWelttag...

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