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Statement „Advancing simulation-based education and training (Østergaard Declaration)“ der ESAIC

veröffentlichende Fachgesellschaft: European Society of Anaesthesiology and Intensive Care (ESAIC)
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 28.05.2026
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://doi.org/10.1097/eja.0000000000002431

Grundsätzliches

  • simulationsbasierte Aus- und Weiterbildung ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil der Anästhesiologie, der Intensivmedizin, der perioperativen Medizin und der teamorientierten klinischen Praxis
  • ermöglicht dem med. Personal ihr Wissen anzuwenden, ihre verfahrenstechnischen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten zu verfeinern, kritisch zu denken, entschlossen zu handeln, effektiv zu kommunizieren und unter Druck angemessen zu reagieren
  • simulationsbasierte Aus- und Weiterbildung muss offiziell als zentrale Bildungs- und Gesundheitsinfrastruktur anerkannt, geregelt und finanziert werden

Kernaussagen der Østergaard Declaration

  • Wirksamkeit von Simulationen in allen Bereichen der Anästhesiologie, der perioperativen Medizin und der Intensivmedizin ist mittlerweile fest etabliert –> es ist an der Zeit, die Erkenntnisse durch die Umsetzung in die Praxis zu übertragen
    • zentrale Herausforderung hat sich von der Gewinnung von Erkenntnissen hin zu Steuerung, Integration und Nachhaltigkeit verlagert
    • Implementierungswissenschaft sollte genutzt werden, um Simulation zu fördern
  • Simulation ist eine Maßnahme zur Patient*innensicherheit, die das individuelle Lernen verbessert, menschliche Faktoren berücksichtigt und Teams sowie Gesundheitssysteme stärkt
    • Wert liegt in der Entwicklung von Kompetenzen bei Einzelpersonen und Teams, wodurch Schäden für Patient*innen verhindert werden
  • gerechter Zugang zu hochwertigen Simulationsmöglichkeiten sollte Priorität haben
    • beim Zugang zu Simulationsmöglichkeiten besteht ein Problem der Chancengleichheit
    • uneinheitliche Umsetzung birgt die Gefahr, dass sich die Ungleichheiten zwischen Einrichtungen, Regionen und Ländern weiter vergrößern
  • psychologische Sicherheit, Feedback und Nachbesprechung sind zentrale Bestandteile der Simulation
    • Simulation stützt sich auf eine strukturierte Reflexion während der Nachbesprechung, die es Einzelpersonen und Teams ermöglicht, aus Erfahrungen zu lernen, Fehler offen zu erörtern und das Gelernte in die Praxis umzusetzen, um die Versorgung zu verbessern
  • Simulationen müssen in die gesamte berufliche Laufbahn integriert werden
    • von der anfänglichen Fachausbildung bis hin zur beruflichen Weiterbildung sollten Simulationen regelmäßig eingesetzt werden, wobei sich der Schwerpunkt im Laufe der beruflichen Laufbahn von passivem Lernen hin zu erfahrungsorientiertem, interaktivem und berufsübergreifendem Lernen verlagern sollte
  • Fortbildung des Lehrpersonals und die berufliche Anerkennung simulationsbezogener Aufgaben sind Voraussetzungen für nachhaltige Simulationsprogramme
    • Simulation erfordert Fachkenntnisse in den Bereichen Pädagogik, Simulationsgestaltung, Moderation, Nachbesprechung, Human Factors und Systemdenken
  • Simulationen erfordern reservierte Zeit für Lernende und Ausbilder*innen
    • simulationsbasierte Schulungen erfordern eine sorgfältige Planung der Aktivitäten sowie gut vorbereitete Lernende und Lehrkräfte
    • Simulationen sollten nicht als Zusatz, sondern als Ersatz für andere, weniger effiziente Aktivitäten betrachtet werden
    • Aktivitäten sollten innerhalb der regulären Arbeitszeit durchgeführt werden
  • Simulationen sollten anhand ihres Beitrags zu Sicherheit, Qualität und Resilienz bewertet werden, nicht allein anhand ihrer Kosteneffizienz
    • wertorientierter Ansätze notwendig, um über eng gefasste Modelle der Kapitalrendite hinauszugehen
    • Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen sollten Simulationsaktivitäten angesichts ihrer positiven Auswirkungen unterstützen
  • simulationsbasierte Ausbildung in der Anästhesiologie ist nicht nur pädagogischer Ansatz, sondern mittlerweile auch ein unverzichtbarer und strategischer Bestandteil der Gesundheitsinfrastruktur
    • simulationsbasierte Ausbildung trägt zur Patientensicherheit, zur Qualitätsverbesserung, zur Belastbarkeit des Personals und zur Leistungsfähigkeit des Systems bei, indem sie sowohl transformatives Lernen auf individueller und Teamebene als auch transformative Veränderungen auf organisatorischer und systemischer Ebene ermöglicht
  • europäische Anästhesiologie hat die einmalige Chance, durch Koordination statt durch Vereinheitlichung eine Vorreiterrolle zu übernehmen
    • gemeinsame Grundsätze, anpassungsfähige Rahmenbedingungen, Forschungsnetzwerke und eine kooperative Umsetzung können die Anästhesiologie, die perioperative Medizin und die Intensivmedizin in den unterschiedlichsten Gesundheitssystemen stärken

Schlüsselbereiche für strategische Maßnahmen

  • Einführung des europäischen Simulationslehrplans für die Facharztausbildung in der Anästhesiologie in den nationalen Anästhesiologiegesellschaften
    • Gewährleistung einheitlicher hoher Standards in der simulationsbasierten Ausbildung, gestützt auf sorgfältiger Anpassung an die spezifischen Gegebenheiten, Gesundheitssysteme und kulturellen Rahmenbedingungen der einzelnen Länder
  • Abstimmung des Simulationslehrplans auf die Bereiche und Kompetenzen der europäischen Ausbildungsanforderungen
    • Ziel einer nahtloses Integration von Ausbildungs- und Zertifizierungsstandards
  • Förderung der Zusammenarbeit und des Austauschs, einschließlich der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen zwischen den Einrichtungen
    • Vermeidung von Doppelarbeit, z.B. bei Studienplänen, Lehrinhalten, Simulationsszenarien und Lehrkräften
    • Maximierung der Effizienz und Aufbau eines Exzellenznetzwerkes
  • Unterstützung der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften im Bereich Simulation
    • Sicherstellung einer fachkundigen Moderation und einer nachhaltigen Bildungsführung
Published inLeitlinien kompakt

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