Zum Inhalt springen

Leitlinie „Intussusception: Management of Patients Presenting to the Emergency Department“ der IAEM

veröffentlichende Fachgesellschaft: Irish Association for Emergency Medicine (IAEM)
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 13.05.2026
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://iaem.ie/professional/clinical-guidelines/

Grundsätzliches

  • Darminvagination ist häufige Ursache für Darmverschluss bei Kleinkindern
  • tritt am häufigsten im Alter zw. 3 Monaten und 3 Jahren auf, kann jedoch in jedem Alter auftreten
  • Definition: Einstülpen oder Invagination eines Darmabschnitts in das Lumen des angrenzenden distalen Abschnitts, wobei dieser Vorgang zu einem Darmverschluss, venöser Stauung und einer Ischämie der Darmwand führt

Risikofaktoren

  • männliches Geschlecht
  • Alter zwischen 3 Monate bis 3 Jahre
  • kürzlich durchgemachte Viruserkrankung
  • Immunglobulin-A-Vaskulitis (IgA-Vaskulitis)
  • mögliche Auslöser, wie z.B. Meckel-Divertikel, HSP, Lymphom, luminale Polypen beim Peutz-Jeghers-Syndrom
  • kürzlich durchgeführte Darmoperation
  • kürzlich erfolgte Rotavirus-Impfung
  • frühere Darminvagination (kann mit subtileren Symptomen einhergehen)

Symptomatik

  • abwechselnde Episoden sehr starker, krampfartiger, kolikartiger Bauchschmerzen, gefolgt von schmerzfreien Phasen (zwischen den Phasen ggf. komplett asymptomatisch)
  • Erbrechen (galliges Erbrechen ist spätes Anzeichen und ist Hinweis für Darmverschluss)
  • Kinder, die sich nicht verbal verständigen können, ziehen ggf. die Knie an die Brust, weinen und zeigen eine damit einhergehende Blässe
  • Lethargie (ggf. sogar als einziges Symptom)
  • rektale Blutungen oder klassischer „Johannisbeergelee“-Stuhl sind späte Anzeichen (verursacht durch venöse Stauung und Schleimhauthyperämie; ggf. Hinweis auf Darmischämie und Infarkt)

CAVE: klassischer Trias aus intermittierenden Bauchschmerzen, tastbarer Bauchmasse und „Johannisbeergelee“-Stuhlgang tritt nur bei einem Drittel der Kinder auf

Diagnostik

körperliche Untersuchung

  • Blässe
  • Lethargie (kann zeitweise auftreten, zw. den Episoden ggf. gesund Aussehen)
  • Bauchmasse (wurstförmige Masse im rechten Oberbauch)
  • aufgeblähter Bauch
  • hypovolämischer Schock
  • blutiger Stuhl

Therapie

  • Anlage i.v.-Zugang (verbunden mit BZ, BGA, Laktat, großem Blutbild, Harn- & Elektrolytwerte)
  • Schmerztherapie
  • keine Nahrungsaufnahme
  • bei Anzeichen eines Schocks oder einer Hypovolämie
    • Flüssigkeitszufuhr i.v.: 10 mL/kg VEL als Bolus
    • bei Bedarf Bolus-Gabe wiederholen
  • Anzeichen für einen Darmverschluss oder eine Darmperforation
    • dringende chirurgische Abklärung
    • Behandlung gemäß den Vorgaben des örtlichen chirurgischen Teams
    • Aufrechterhaltung der i.v.-Flüssigkeitszufuhr (VEL)
    • Antibiotika i.v. in Absprache mit OP-Team (Amoxicillin i.v., Gentamicin i.v. + Metronidazol i.v.)
    • Magensonde etablieren
  • wenn keine Anzeichen für Darmverschluss oder Perforation vorliegen und hoher klinischer Verdacht auf eine Darminvagination besteht
    • Ultraschalluntersuchung des Abdomens
    • bei unkomplizierten Fällen keine Antibiotikagabe
  • bei Verdacht auf Intussuszeption im Ultraschall
    • dringende chirurgische Beurteilung
    • Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushalts über intravenöse Infusionen
    • Magensonde etablieren
    • Darmspülung und/oder Laparoskopie/Laparotomie bei nicht reponierbarer Intussuszeption oder bei Auftreten einer Perforation
  • wenn der Ultraschallbefund keine Intussuszeption zeigt
    • alternative Diagnosen in Betracht ziehen (inkl. selbstreduzierter Intussuszeption)
    • bei klinischer Besorgnis ggf. zur Beobachtung stationär aufnehmen
Published inLeitlinien kompakt

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert