veröffentlichende Fachgesellschaft: Sociedad Española de Endocrinología Pediátrica (SEEP)
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 01.08.2026
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://doi.org/10.1016/j.anpedi.2026.504266
Hypoglykämie
- alle Patient*innen mit einem BZ < 70 mg/dL sollten unverzüglich behandelt werden, um diesen Wert wieder zu normalisieren

- sollte der BZ nach initialer Therapie im Bereich von 70 – 80 mg/dL bleiben und mit Erbrechen oder Nahrungsverweigerung einhergehen, sollte die Gabe einer Einzeldosis eines Antiemetikums, eine Volumentherapie i.v. oder die s.c.-Gabe einer Minidosis Glucagon in Betracht gezogen werden
Glukagon in Minidosis
- für das jeweilige Alter empfohlene Minidosis wird nach Rekonstitution des Glukagons mit einer herkömmlichen Insulinspritze verabreicht (Gabe kann nach 30 – 60 min wiederholt werden)
- CAVE: Therapie kann nur wirksam sein, wenn die Patient*innen zuvor etwas gegessen haben oder wenn ein Insulinüberschuss vorliegt (bei Fasten oder anhaltendem Erbrechen ist sie nicht wirksam)
verringerter Insulinbedarf
- regelmäßige Überwachung des Blutzucker- und Ketonspiegels ist unerlässlich
- Behandlung umfasst Rehydrierung mit Glukose-/Zuckerlösungen und Anpassung der Insulindosis an die Nahrungsaufnahme
- Vorgehen
- keine Ketose vorliegend (< 0,6 mmol/L)
- BZ < 90 mg/dL → Insulindosis entsprechend der Kohlenhydratzufuhr reduzieren (Langzeitinsulin um 20 % und Schnellinsulin um 50 % reduzieren) → bei Erbrechen ohne Ketoazidose ein Antiemetikum und postprandiales Insulin erwägen
- BZ 90 – 180 mg/dL → übliche Insulindosis
- leichte bis mittelschwere Ketose (0,6 – 3 mmol/L)
- BZ < 90 mg/dl → auf Ketose aufgrund unzureichender Nahrungsaufnahme prüfen → nach Überprüfung der Nahrungsaufnahme und bei BZ > 90 mg/dL schnell wirkende Kohlenhydrate und die übliche Dosis schnell wirkendes Insulin verabreichen (übliche Dosis des lang wirkenden Insulins)
- BZ 90 – 180 mg/dL → übliche schnellwirkende Insulingabe bei Kohlenhydratzufuhr (übliche Dosis des lang wirkenden Insulins)
- schwere Ketose/Risiko einer diabetischen Ketoazidose (> 3 mmol/L)
- BZ < 90 mg/dL → Behandlung gemäß vorherigem Abschnitt (leichte Ketose, BZ < 90 mg/dL)
- BZ 90 – 180 mg/dL → bei Verzehr von Kohlenhydraten übliche Dosis des schnell wirkenden Insulins plus zusätzlich 0,05 IE/kg
- keine Ketose vorliegend (< 0,6 mmol/L)

erhöhter Insulinbedarf
- anhaltende Hyperglykämie erhöht das Risiko einer Ketose → regelmäßige Überwachung des BZ- und Ketonspiegels ist daher unerlässlich
- Insulindosis zur Korrektur einer Hyperglykämie kann anhand des Gewichts und/oder des Insulinsensitivitätsfaktors (ISF) wie folgt berechnet werden: aktueller BZ − Ziel-BZ/ISF (ISF = 1800/TDD; Gesamttagesdosis: schnellwirkendes + langwirkendes Insulin)
- Vorgehen
- Hyperglykämie ohne Ketose (< 0,6 mmol/L): Korrekturbolus von schnell wirkendem subkutanem Insulin alle 2 – 4 h (Dosis: basierend auf ISF + 10% oder 0,1 IE/kg)
- bei Hyperglykämie mit mäßiger Ketose (0,6 – 3 mmol/L): alle 1 – 2 h eine Korrekturinsulindosis verabreichen (Dosis: ISF + 20 % oder 0,15 IE/kg)
- Hyperglykämie mit schwerer Ketose (>3 mmol/L): BGA durchführen → DKA-Protokoll
- bei BZ < 250 mg/dL orale oder intravenöse Flüssigkeitszufuhr mit Glukose-haltigen Lösungen und bei BZ > 250 mg/dL mit Flüssigkeiten ohne Glukose
- wenn Begleiterkrankung voraussichtlich > 2 – 3 d andauert, Erhöhung der üblichen Dosis des langwirksamen Insulins um 20 – 30 % erwägen



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