Die Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften Notärzte Deutschlands (BAND) hat am 06.09.2026 ein Impulspapier zur „Hitze und Rettungsdienst – es braucht Vorbereitungen auf eine absehbare Belastung“ veröffentlicht. Die Kurzfassung des Impulspapieres gibt es nachfolgend.
Problemstellung
- Klimawandel & Belastung
- extreme Hitze gehört mittlerweile zum rettungsdienstlichen Alltag
- hohe Temperaturen führen zu einem steigenden medizinischen Notfallbedarf bei der Bevölkerung und erschweren gleichzeitig die Arbeit der Einsatzkräfte
- medizinische Relevanz
- neben direkten hitzebedingten Notfällen (wie Hitzschlag oder Hitzeerschöpfung) verschlimmern hohe Temperaturen vor allem bei älteren und vorerkrankten Menschen bestehende Leiden (z.B. kardiovaskuläre oder pulmonale Dekompensationen, Stoffwechselentgleisungen und Dehydratation)
- Sterblichkeitsraten
- Robert Koch-Institut (RKI) schätzte für den Sommer 2026 bis Kalenderwoche 33 bereits rund 15.800 hitzebedingte Sterbefälle in Deutschland (ca. die Hälfte davon betraf Menschen ab 85 Jahren)
Auswirkungen auf den Rettungsdienst (Datenlage)
- Einsatzzahlen steigen
- regionale Daten (u.a. aus Bayern, Frankfurt, Berlin, Köln und Wien) zeigen übereinstimmend, dass an heißen Tagen (z.B. ab 30 °C oder während Hitzewellen) das Einsatzaufkommen um ca. 6 % bis über 23 % ansteigt
- Einflussfaktoren
- nicht nur die Temperatur allein ist ausschlaggebend, sondern vor allem die Demografie vor Ort (Städte mit einem höheren Anteil älterer oder pflegebedürftiger Menschen sind stärker betroffen)
- Belastung hält oft auch noch Tage nach Abkühlen der Temperaturen an
zentrale Forderungen
- Einsatzplanung & Eskalationskonzepte
- Hitzewarnungen und Wetterprognosen müssen fest in die operative Lagebeurteilung integriert werden
- regionale Eskalationskonzepte notwendig, die regeln, wie zusätzliche Ressourcen aktiviert, priorisiert und vorhandene Ressourcen umverteilt werden
- keine starren, bundesweit einheitlichen Temperaturschwellen – stattdessen sollten regionale Einsatzdaten, Bevölkerungsstrukturen und Wetterprognosen kombiniert werden
- Schutz und Ausstattung des Personals
- verbindlicher Personalschutz nach DGUV und der Arbeitsstättenregel ASR A5.1 (u.a. temperierte Wachen und Fahrzeuge, verlässliche Getränkeversorgung, beschattete Pausenbereiche sowie Regenerationsmöglichkeiten)
- Anpassung der Dienst- und Pausenorganisation für mehrtägige Hitzeperioden
- medizinische Ausrüstung & Arzneimittelschutz
- Entwicklung und Finanzierung technischer Lösungen zur Temperaturüberwachung und zum Schutz von Medikamenten in Rettungsmitteln vor Überwärmung
- Bereitstellung geeigneter Ausstattung zur Diagnose (Körperkerntemperaturmessung) und schnellen, wirksamen Kühlung bei hitzebedingten Notfällen
- Aus- und Fortbildung
- feste Verankerung hitzebedingter und -assoziierter Krankheitsbilder in der Ausbildung des Rettungsfachpersonals und der Notärzteschaft
- Datenverknüpfung & Einheitlichkeit
- systematische Verknüpfung eigener Einsatzdaten mit Wetterprognosen, um lokale Risikoprofile und Vorhersagemodelle zu entwickeln
- einheitliches Schutzniveau bundesweit anstreben, damit auch ressourcenschwache Regionen adäquat abgesichert sind


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