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Leitlinie „Atemwegserkrankung bei Kindern – Bildgebende Diagnostik“ der GPR

veröffentlichende Fachgesellschaft: Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie (GPR)
Klassifikation gemäß AWMF: S1
Datum der Veröffentlichung: 27.02.2026
Ablaufdatum: 27.02.2029
Quelle/Quelllink: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/064-009

Empfehlungen

  • keine routinemäßige Röntgenuntersuchung in 2 Ebenen bei Atemwegsinfektion
  • bei nicht schwerer ambulant erworbener Pneumonie nur in begründeten Ausnahmen (z.B. bei relevanter Vorerkrankung) Röntgenuntersuchung des Thorax
  • Röntgenkontrolluntersuchung zur Verlaufsbeurteilung bei ambulant erworbener Pneumonie nur dann, wenn sich aus dem Befund eine therapeutische Konsequenz ableiten lässt
  • bei hinreichendem V.a. Infektion der Atemwege oder der Lunge im Rahmen einer Stammzelltransplantation oder bei schwerer Immundefizienz anderer Genese primär Niedrigdosis-CT, da konventionelle Röntgenaufnahmen eine unzureichende Sensitivität aufweisen und häufig eine zeitnahe therapeutische Konsequenz erforderlich ist
  • MRT der Lunge kann bei bestimmten Fragestellungen (z.B. Cystische Fibrose) alternativ zur CT eingesetzt werden, v.a. bei wiederholter Bildgebung, sofern apparative Ausstattung, geeignete Sequenztechnik und entsprechende Expertise vorhanden sind
  • bei klinisch begründetem V.a. eine interstitielle Lungenerkrankung im Kindesalter (ChILD) soll die hochauflösende CT mit, an die Fragestellung angepasster Dosis als primäres bildgebendes Verfahren eingesetzt werden, da sie für die Mustererkennung, Differenzialdiagnose und diagnostische Einordnung entscheidend ist
  • CT-Bildgebung ist bei interstitiellen Lungenerkrankungen integraler Bestandteil eines multidisziplinären diagnostischen Ansatzes unter Einbeziehung klinischer, genetischer und ggf. histopathologischer Befunde

wichtige Differenzialdiagnosen

FragestellungBildgebungKommentar
akutPneumothorax Röntgen– Sono in der Neonatologie primär
– bei mgl. Spontan-Pneumothorax CT präoperativ oder bei Rezidiv
akutBronchitiskeine
akutPneumonie– Röntgen (falls Bildgebung erforderlich)
– i.d.R keine Bildgebung bei nicht schwerer ambulant erworbener Pneumonie (siehe LL 048-013)
– Kontrollröntgen nur im begründeten Einzelfall
– Thoraxsonografie bei pleuranahen Konsolidierungen, Pleuraerguss und zur Verlaufsbeurteilung
– primär Abszedierende Pneumonie, sekundäre Pneumonie bei Fehlbildung, Tumor
– CT/MRT mit Kontrastmittel
akutTBCRöntgen– ggf. 2. Ebene/CT/MRT (Leitlinie Diagnostik, Therapie u. Prävention der Tuberkulose im Kindes- u. Jugendalter 048/016)
akutCroup-Syndromkeine
akutEpiglottitiskeine
akutFremdkörperggf. Röntgen– negativer Röntgenbefund schließt die Aspiration nicht aus (s.Leitlinie 001/031)
– klare Anamnese u. Klinik führen direkt zur Endoskopie
akutInfektion der Atemwege bei StammzelltransplantationCTRöntgen zur Beurteilung nicht sensitiv (s. Leitlinie 093/002)
akutpostpartale Transitions- störungen (wet lung)ggf. Sonoselten Röntgen (LL 024-025)
akutAtemnotsyndrom
Frühgeborener
Sonoggf. Röntgen (LL 024-021)
AsthmaRöntgen bei Diagnosestellung– Ausschluss von Tumor, Fehlbildung
– Nachweis von Komplikationen (s. Leitlinie 020-009)
TBCRöntgenggf. 2. Eb/CT/MRT (LL 048-016)
Cystische Fibrose– Röntgen
– MRT/CT
Einsatz in Abhängigkeit von Fragestellung und Alter. (s.Leitlinie 026/024 und 22)
Interstitielle ErkrankungRöntgen/CT
Trachea- und Bronchusenge Röntgen
MRT/CT
MRT-/CT-mit Gefäßdarstellung
LungenfehlbildungRöntgen
MRT/CT
MRT-/CT-mit Gefäßdarstellung
Aspiration
a: gastroösoph. Reflux
b: ösophagotracheale Fistel
Röntgen a: Cardia US (ggf. pH-Metrie)
a + b: Ösophagogramm, ggf. mit Refluxprüfung
rezidivierende PneumonieRöntgenggf. CT/MRT zur weiteren Differenzierung
persistierende AtelektaseRöntgenggf. CT im Einzelfall (s. Leitlinie 026/025)
Lokalisation
a: Zervikal
b: Mediastinal
c: Pulmonal
d: Pleural
Basisdiagnostik
a: Sono/MRT
b: Röntgen/MRT/CT
c: Röntgen/CT/MRT
d: Röntgen/MRT/CT
– erweitertes Staging ggf. mit PET-MRT/-CT
– siehe Tumor-Leitlinien (z.B. Protokolle GPOH)
– d: Sonografie
Lungen-MetastasenRöntgen/CTnach Leitlinie (z.B. Protokolle der GPOH)
Abkürzungen: CT = Computertomographie, FK = Fremdkörper; GPOH = Gesellschaft für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie; MRT = Magnetresonanztomographie; PET = Positronen-Emissions-Tomographie, Rö.= Röntgenaufnahme; US = Ultrasonographie
Published inLeitlinien kompakt

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