veröffentlichende Fachgesellschaft: American Society of Regional Anesthesia & Pain Medicine (ASRA)
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 08.01.2026
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://doi.org/10.1136/rapm-2025-106718
- Dihydroergotamin (DHE) i.v. verringert Häufigkeit und Schwere von Kopfschmerzen bei stationären Patient*innen mit chronischer Migräne, Status migrainosus, Clusterkopfschmerz und/oder Medikamentenübergebrauchskopfschmerz
- EKG und hämodynamisches Monitoring (RR & HF) vor, während und nach Infusion aufgrund der beobachteten vasospastischen Nebenwirkungen
- Gabe von DHE bei ausgewählten Patient*innen ohne signifikante Gefäßerkrankungen
- Magnesiumsulfat i.v. kann die Schwere der Migräne und damit verbundene Symptome bei stationären Patient*innen verbessern und ist besser verträglich als Sumatriptan und Prochlorperazin (1 – 2 g Magnesiumsulfat i.v. über 15 min)
- CAVE: vor Infusion Magnesiumspiegel und RR überprüfen, um Hypotonie auszuschließen
- i.v.-Gabe von Valproinsäure kann bei stationären Patient*innen mit therapieresistenter Migräne von Vorteil sein
- Ketorolac i.v. kann wirksame und sichere Behandlungsoption für die Behandlung akuter Migräne und Nicht-NSAR-bedingter Medikamentenübergebrauchskopfschmerzen im stationären Bereich darstellen
- Steroide i.v. können bei stationärer Behandlung von Status migrainosus, Medikamentenübergebrauchskopfschmerz und trigemino-autonomen Kopfschmerzen hilfreich sein (Dexamethason oder Methylprednisolon i.v. für 1 – 3 d)
- Levetiracetam i.v. kann unter bestimmten Umständen bei der Akutbehandlung von therapieresistenter Migräne oder Status migrainosus wirksam und sicher sein, wenn andere Therapien ausgeschöpft sind
- Dopaminantagonisten i.v. können bei der Akutbehandlung von therapieresistenten Kopfschmerzen im stationären Bereich wirksam sein
- Nebenwirkungen von Dopaminantagonisten i.v. können durch langsame Infusion minimiert werden
- CAVE: häusliche Medikation auf Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten überprüfen, die bei gleichzeitiger Anwendung zu einer QTc-Verlängerung führen können –> vor Anwendung von Dopaminantagonisten EKG durchführen
- Infusion über 15 min, um extrapyramidale Symptome zu minimieren
- Lidocain-Infusion kann für stationäre Patient*innen mit trigemino-autonomen Kopfschmerzen und therapieresistenter Migräne von Nutzen sein und ist möglicherweise mit leichten Nebenwirkungen verbunden
- CAVE: Dauer der Lidocain-Gabe sollte routinemäßig 5 d nicht überschreiten, um das Risiko einer Akkumulation eines toxischen Metaboliten zu verringern
- bei verlängerter Lidocain-Gabe tägliche Messung der Lidocain-Serumkonzentration erwägen
- Ketamininfusionen können bei der Akutbehandlung von therapieresistenten Kopfschmerzen von Nutzen sein und können daher in Betracht gezogen werden
- CAVE: Nebenwirkungen können bereits bei subanästhetischen Dosen auftreten
- Häufigkeit und Schwere psychotomimetischer und sympathomimetischer Wirkungen von Ketamin können durch die Gabe von Clonidin oder niedrig dosierten Benzodiazepinen verringert werden
- max. Ketamin-Infusionsrate von 1 mg/kg/h außerhalb des ITS-Settings
- kontinuierliche Überwachung der Atmung und des Blutkreislaufs während der Ketamininfusionen


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