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Leitlinie „Role of endoscopy in acute lower gastrointestinal bleeding“ der ASGE

veröffentlichende Fachgesellschaft: American Society for Gastrointestinal Endoscopy (ASGE)
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 28.08.2026
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://doi.org/10.1016/j.gie.2026.06.046

Diagnostik

  • bei allen Patient*innen mit Hämatochezie und initialer hämodynamischer Instabilität sollte eine Endoskopie durchgeführt werden, um eine Blutungsquelle im oberen Gastrointestinaltrakt auszuschließen, es sei denn, es liegen direkte bildgebende Hinweise auf eine Blutung im unteren Gastrointestinaltrakt vor
  • bei Patienten mit akuter Blutung im unteren Gastrointestinaltrakt (untere GI-Blutung) ist entweder eine CT mit Kontrastmittel und/oder Angiographie oder eine Koloskopie als initiales diagnostisches Verfahren akzeptabel
    • ASGE empfiehlt Koloskopie für Patient*innen, die bei der Aufnahme oder nach der initialen Versorgung stabil sind
    • ASGE empfiehlt Kontrastmittel-CT und/oder Angiographie bei Patient*innen mit anhaltender hämodynamischer Instabilität

Management

  • Koloskopie bei Patient*innen mit akuter unter GI-Blutung, wenn die Patient*innen für den Eingriff stabil genug ist und eine vollständige Präperation des Darms tolerieren, unabhängig vom Zeitpunkt
  • Koloskopie mit vollständiger Präperation des Darms bei Patient*innen mit akuter unter GI-Blutung, es sei denn, es besteht ein starker Verdacht auf eine distale Blutungsquelle oder eine iatrogene Blutung mit bekannter Lokalisation
  • Gummibandligatur oder Clipping je nach Blutungslokalisation, klinischer Expertise und Verfügbarkeit der Geräte bei Patient*innen mit aktiver oder kürzlich aufgetretener Divertikelblutung, die endoskopisch nachgewiesen wurde
    • Gummibandligatur bei Läsionen im Colon transversum oder proximaler
    • Clipping bei distalen Läsionen
  • direktes anstatt indirektes Clipping bei Patient*innen mit aktiver oder kürzlich aufgetretener Divertikelblutung, die endoskopisch festgestellt wurde und bei denen eine Clipping-Operation gewählt wird, insbesondere im proximalen Kolon

endoskopische Behandlungsoptionen nach Blutungsart

  • bei Patient*innen mit akuter Divertikelblutung im unteren GI-Trakt wird je nach Lage der Läsion, klinischer Erfahrung und Verfügbarkeit der Geräte eine Gummibandligatur oder ein Clipping empfohlen
    • bei rechtsseitigen Kolonläsionen wird, sofern möglich, eine Gummibandligatur empfohlen –> ist dies nicht möglich, stellt das endoskopische Clipping eine praktikable Alternative dar
    • bei linksseitigen Läsionen wird das endoskopische Clipping empfohlen –> wird ein Clipping durchgeführt, ist, sofern möglich, das direkte Clipping dem indirekten Clipping vorzuziehen
  • bei Patient*innen mit akuter unterer GI-Blutung nach Resektion als erste Maßnahmen das endoskopische Clipping oder die thermische Koagulation (hämostatisches Pulver kann als zusätzliche Maßnahme oder bei therapieresistenter Blutung trotz initialer endoskopischer Therapie in Betracht gezogen werden)
  • bei Patient*innen mit akuter unterer GI-Blutung aufgrund vaskulärer Läsionen wie Angioektasien oder Strahlenproktopathie wird die Argon Plasma Koagulation empfohlen
  • bei Patient*innen mit akuter maligner unterer GI-Blutung wird die Anwendung von hämostatischem Pulver oder des Nd:YAG-Lasers als Maßnahmen zur vorübergehenden Blutstillung empfohlen, entweder mit palliativer Absicht oder vor einer definitiven chirurgischen Behandlung

Rolle der Chirurgie

  • bei Patient*innen mit akuter unterer GI-Blutung sollte eine OP als letzte Option in Betracht gezogen werden und nur dann durchgeführt werden, wenn die Blutung entweder nicht durch endoskopische oder radiologische Eingriffe gestoppt werden kann oder wenn beide Eingriffe die Blutung nicht kontrollieren konnten

klinischer Entscheidungsalgorithmus für Patient*innen mit akuter unter GI-Blutung

Published inLeitlinien kompakt

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