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Leitlinie „Traumatic Brain Injury in First Responders“ der International Conference on TBI in First Responders

veröffentlichende Fachgesellschaft: International Conference on TBI in First Responders (Ohio State University, Columbus)
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 16.10.2026
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://doi.org/10.1097/HTR.0000000000001221

Organisation

  • Organisationen von Ersthelfer*inne und entsprechend unterstützenden Fachkräften sollten den Begriff „Schädel-Hirn-Traumat (SHT)“ als standardisierte Terminologie verwenden
  • Entwicklung und Nutzung bestehender Peer-Support-Programme, um vielfältige Erfahrungen mit Schädel-Hirn-Traumata auszutauschen, darunter Geschichten über erfolgreiche Genesung, Herausforderungen und verfügbare Ressourcen
  • klare, standardisierte Richtlinien für den Umgang mit Schädel-Hirn-Traumata, die
    • (1) die Meldung von Vorfällen im Dienst und außerhalb des Dienstes unterscheiden
    • (2) ein nicht-strafendes Überweisungssystem mit vertraulichen internen und externen Behandlungsmöglichkeiten beinhalten
    • (3) Unterstützung, Früherkennung und sichere Rückkehr in den Dienst betonen
  • rollenspezifische Verantwortlichkeiten für die Erkennung, Überwachung und Rehabilitation von Schädel-Hirn-Traumata festlegen, da diese anerkennen, dass Schädel-Hirn-Traumata in verschiedenen Kontexten auftreten können, darunter Ausbildungsszenarien, Einsatzsituationen und in der Freizeit, und dass daher unterschiedliche Befugnisse und Erwartungen an verschiedene Mitarbeitende erforderlich sind
  • regelmäßig stattfindende, rollenspezifische Schulungen zum Thema Schädel-Hirn-Trauma zu festgelegten Zeitpunkten im Berufsleben integrieren sowie nach kritischen Ereignissen unter Verwendung formaler und informeller Formate sowie leicht zugänglicher Ressourcen
  • Aufklärung über Schädel-Hirn-Trauma und Explosionsgefahren umfasst die Wichtigkeit der frühzeitigen Meldung von Anzeichen/Symptomen und der vorübergehenden Freistellung vom Dienst, wie man medizinische Hilfe in Anspruch nimmt und ein „Return to Job“-Protokoll umsetzt, sowie die Bedeutung dieser Aspekte für die Einsatzbereitschaft
  • Einsatzkräfte verwenden persönliche Schutzausrüstung (z.B. Helm, Sicherheitsgurte) auf Grundlage von Gefahrenanalysen bei relevanten dienstlichen Tätigkeiten, um das Risiko von Schädel-Hirn-Traumata zu verringern
  • Überwachung der Exposition und Begrenzung potenzieller Auswirkungen wiederholter Expositionen, indem angemessene expositionsfreie Intervalle zwischen Kopfverletzungen oder Explosionseinwirkungen eingeplant werden
  • bei V.a. Schädel-Hirn-Trauma schnellstmögliche Freistellung vom Dienst –> anschließend erfolgt klinische Untersuchung durch qualifizierte medizinische Fachkraft
  • „Return to Job“
    • Verwendung des Begriffs „Return to Job“, um die Genesung nach traumatischer Hirnverletzung von einer passiven „leichten Tätigkeit“ oder „medizinischen Auszeit“ in einen strukturierten Prozess umzuwandeln, der auf die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft ausgerichtet ist
    • Umsetzung eines berufsbezogenes Wiedereingliederungsprotokolls für Rettungsdienst- und Klinikpersonal, welches die schrittweise Wiedereingliederung in risikoreiche Tätigkeiten unter gleichzeitiger Überwachung der Symptome und der Funktionsfähigkeit ermöglicht (sofern möglich nicht als endverantwortliche Person in der Versorgung von Patient*innen)
    • Entbindung der Einsatzkräfte nach SHT von der Verantwortung für das Führen/Fahren von Einsatzfahrzeugen für mind. 48 h –> nach diesem Zeitraum und sobald es die Symptome zulassen, Beginn des „Return to Job“-Protokoll mit schrittweiser Rückkehr

Fachkräfte im Gesundheitswesen

  • Verwendung anerkannter klinischer Leitlinien zur Diagnose von Schädel-Hirn-Traumata bei Einsatzkräften
  • Verwendung validierter und standardisierter SHT-Beurteilungsinstrumente bei der Einstellung (d.h. als Ausgangswert) und nach plausiblem Verletzungsmechanismus
  • Vergleich der Ergebnisse anerkannter klinischer Messungen nach plausiblem Verletzungsmechanismus mit Ausgangswerten oder repräsentativen Normdaten, um bei Einsatzkräften diagnostische Entscheidungen und Entscheidungen zur Wiedereingliederung in den Dienst zu treffen
  • mangels spezieller Instrumente für Einsatzkräfte auf andere anerkannte klinische Messgrößen zurückgreifen, um die Genesung und das Ansprechen auf die Behandlung zu überwachen
  • Angebot von Schulungen zur Schlafhygiene an Einsatzkräfte mit Z.n. SHT (soweit möglich, vorübergehende Umstellung des Schichtplans auf einen Zeitplan, der dem etablierten Schlaf-Wach-Rhythmus entspricht

psychische Gesundheit

  • nach Schädel-Hirn-Trauma routinemäßig ein Screening der psychischen Gesundheit durchführen und dabei ggf. kurze, validierte Instrumente einsetzen (z.B. GAD-7, PHQ-9, PCL-5) — > Werte, die die klinischen Schwellenwerte überschreiten, veranlassen eine Überweisung zur weiteren Abklärung
  • im Kontext eines SHT bei Einsatzkräften psychische Symptome mit evidenzbasierten Therapien , die sich bei diesen psychischen Komorbiditäten als wirksam erwiesen haben, und/oder Psychopharmakologie unter Überwachung auf Nebenwirkungen behandeln, die die SHT-Symptome verschlimmern könnten
  • Information über Unterstützungsnetzwerke, darunter Familienangehörige, Kollegen & Führungskräfte am Arbeitsplatz sowie über typische Genesungsverläufe nach einem Schädel-Hirn-Trauma (z.B. vorübergehende kognitive, somatische & emotionale Veränderungen normalisieren und strukturierte Anleitungen geben, die die Betroffene befähigen, ihre Symptome aktiv zu bewältigen, realistische Erwartungen zu formulieren und die Unterstützung für die Genesung zu verbessern)
Published inLeitlinien kompakt

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