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Leitlinie „Swedish consensus regarding difficult pre-hospital airway management“

veröffentlichende Fachgesellschaft:
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 27.05.2024
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://doi.org/10.1186/s12873-024-01013-x

Empfehlungen

Empfehlungen mit hoher Zustimmung (> 90 %)

  • klarer Plan in Bezug auf Medikamente und das genaue Vorgehen sollte entweder innerhalb des jeweiligen Rettungsdienstbereiches standardisiert sein oder vor der Intubation unter Einbeziehung aller Teammitglieder geplant werden
  • alle für das Atemwegsmanagement erforderlichen Utensilien sollen entweder vor der Anästhesie vorbereitet werden oder sofort verfügbar und gut organisiert sein
  • Vorhandensein eines einfachen Algorithmus für das Atemwegsmanagement (Algorithmus sollte zwar als Grundlage für die Arbeit dienen, es ist jedoch wichtig, dass er je nach Erfahrung, Wissen und spezifischer Situation flexibel gehandhabt werden kann)
  • Durchführung des Intubationsversuchs durch das Teammitglied mit der meisten Erfahrung
  • chirurgischer Atemweg ist die Ultima ratio bei frustraner Beatmung/Sauerstoffversorgung (Durchführung durch das Teammitglied mit der meisten Erfahrung)
  • auch wenn es verschiedene „erfinderische“ Tricks und Methoden für das Atemwegsmanagement gibt, sollte man sich auf bewährte Techniken verlassen
  • zur Optimierung des Atemwegsmanagements und Prävention mehrerer Intubationsversuche sollte die Narkosetiefe individuell an Kreislauf, Pathologie & gewählte Medikamente angepasst sein

Empfehlungen mit mittlerer Zustimmung (80 – 90 %)

  • bei als schwierig eingestuftem Atemweg sollten die bestmöglichen Bedingungen abhängig von Situation und Ort geschaffen werden (abhängig vom Notfallbild sollte mit der Sicherung des Atemwegs gewartet werden, bis ein Örtlichkeit mit mehr Ressourcen und optimalen Bedingungen erreicht ist)
    • Entscheidung bzgl. Atemwegssicherung vor Ort oder nicht, sollte auch Transportzeit und Art & Weise des Transports berücksichtigen
  • sofern zeitlich möglich, kann nasale High-Flow-Sauerstofftherapie während des Atemwegsmanagements zur Optimierung der Oxygenierung erwogen werden (CAVE: High-Flow-O2 ersetzt nicht die übliche Präoxygenierung)
  • falls möglich, Position der Patient*innen optimieren (z.B. Hals unterpolstern; bei HWS-Verletzung HWS vor weiteren Verletzungen schützen)
  • etCO2-Messung zur Lageüberprüfung des Tubus als Gold-Standard (zusätzlich Auskultation, Beschlag im Tubus, beobachtete Thoraxhebungen)

Empfehlungen mit niedriger Zustimmung (< 80 %)

  • wenn Indikation zur Intubation besteht, sollte die Einschätzung „schwieriger Atemweg“ keinen Einfluss auf die Entscheidung haben, mit der Intubation fortzufahren
  • SGA als Alternative bei zu erwartetem schwierigen Atemweg erwogen werden
  • sofern kein Aspirationsrisiko besteht, kann SGA als First-Line-Tool erwogen werden
  • bei frustraner ETI sollte als nächste Option eine Atemwegssicherung mit SGA erfolgen
  • ETI sollte bevorzugt mittels Videolaryngoskopie mit Macintosh-Spateln erfolgen (CAVE: bei Erbrechen, Blutung oder direkter Sonneneinstrahlung ist ggf. normales Laryngoskop zu erwägen)
  • max. zwei ETI-Versuche von Person mit der meisten Erfahrung bzw. höchsten Kompetenz (bei stabilem Patient*innenzustand kann dritter Versuch in Betracht gezogen werden)

Algorithmus für das schwierige präklinische Atemwegsmanagement

Quelle: https://bmcemergmed.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12873-024-01013-x/figures/2
Published inLeitlinien kompakt

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