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Leitlinie „Mechanical Ventilation in Adults“

veröffentlichende Fachgesellschaft: National Guidelines Program in Saudi Arabia
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 09.02.2026
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://doi.org/10.1016/j.cjca.2020.09.001

Strategien mit niedrigem AZV vs. Strategien ohne Volumenlimitierung

  • Beatmung mit niedrigem Tidalvolumen bei Erwachsenen mit ARDS
  • Anwendung einer Niedrigvolumenbeatmung mit 4 – 8 mL/kg des geschätzten Körpergewichts
  • Aufrechterhaltung eines Plateau-Atemwegsdrucks (Pplat) ≤ 30 cmH2O
  • Anwendung einer Niedrigvolumenbeatmung ist Bestandteil von Schutzstrategien für die Lungen, die darauf abzielen, den angestrebten Plateau-Druck bzw. Driving Pressure zu erreichen

niedriger vs. hoher PEEP

  • Anwendung höherer PEEP-Werte bei Erwachsenen mit ARDS
  • Anwendung höherer PEEP-Werte im Rahmen von Lungenprotektionsstrategien erwägen, die angestrebten Plateau-Druck bzw. Driving Pressure begrenzen
  • hohe PEEP-Werte mithilfe von PEEP/FiO2-Titrationstabellen oder durch PEEP-Titration, die primär auf der Atemmechanik basiert, einstellen
  • Vorsicht ist bei Patient*innen geboten, die hohe PEEP-Werte möglicherweise nicht tolerieren, z.B. bei Rechtsherzinsuffizienz, hämodynamischer Instabilität sowie bei hohem PCO2 oder Lungenüberblähung

Rekrutierungsmaßnahmen vs. Standardversorgung

  • keine Empfehlung für oder gegen Rekrutierungsmanöver als Standardbehandlung (bedingte Empfehlung, sowohl für Intervention als auch für den Vergleich)
  • Rekrutierungsmanöver nur bei geeigneten ausgewählten Patient*innen anwenden (z.B. kurze Rekrutierungsmanöver (40 cmH2O x 40 s), hämodynamische Stabilität, Rekrutierbarkeit der Lunge und Fehlen von Kontraindikationen wie erhöhtem Hirndruck
  • Rekrutierungsmanöver über längerer Dauer und mit höherem Druck vermeiden 

venovenöse extrakorporale Membranoxygenierung (VV-ECMO)

  • Anwendung der venovenösen extrakorporalen Membranoxygenierung bei Erwachsenen mit schwerem ARDS
  • Einsatz der VV-ECMO nur bei sorgfältig ausgewählten Patient*innen gemäß etablierter Selektionskriterien (z.B. entsprechend dem EOLIA-Trial)
  • frühzeitige Überweisung an spezialisierte Teams oder Verlegung in spezialisiertes Zentrum, falls optimierte konventionelle Therapien (Sedierung, Muskelrelaxation, Bauchlagerung) nicht erfolgreich sind

Bauchlage

  • Bauchlage bei Erwachsenen mit ARDS, die invasiv mechanisch beatmet werden
  • Empfehlung für Bauchlagerung bei längeren Beatmungsphasen (≥ 16 aufeinanderfolgende Stunden)
  • Bauchlagerung nur bei Fehlen von Kontraindikationen (z.B. offenes Abdomen nach OP, Gesichtstrauma, zervikaler Instabilität und schwerer hämodynamischer Instabilität)

inhalativem Stickstoffmonoxid (iNO)

  • keine grundsätzliche Anwendung von iNO
  • vorübergehender Einsatz von iNO als Notfalltherapie bei invasiver Beatmung und therapierefraktärer Hypoxämie erwägen
  • auch bei Erkrankungen wie Rechtsherzinsuffizienz und pulmonaler Hypertonie erwägen
  • Patient*innen unter iNO-Therapie engmaschig auf mögliche Komplikationen überwachen

leichte vs. tiefe Sedierung

  • leichte Sedierung bei invasiv-mechanisch beatmeten Patient*innen
  • tiefe Sedierung bei ausgewählten Patient*innen mit spezifischen Erkrankungen wie schwerem ARDS, neuromuskulärer Blockade, schwerem SHT, erhöhtem Hirndruck und schwerem Asthma ggf. indiziert

kontinuierliche Muskelrelaxierung

  • keine Empfehlung für oder gegen routinemäßigen Einsatz einer kontinuierlichen Muskelrelaxierung
  • kontinuierliche Muskelrelaxierung für bestimmte Patient*innengruppen in Betracht ziehen, z.B. für solche, die die in klinischen Studien berichteten Kriterien erfüllen, im Frühstadium eines mittelschweren bis schweren ARDS sind und für möglichst kurzen Zeitraum (max. 48 h bei klinischer Besserung)
  • Patient*innen unter kontinuierlicher Muskelrelaxierung engmaschig überwachen, um unnötig hohe Dosierungen zu vermeiden
  • Zustand nach Behandlungsbeginn regelmäßig auf Besserung hin beurteilen

Oberkörperhochlagerung vs. Rückenlage

  • Oberkörperhochlagerung ggü. der Rückenlage zur Vorbeugung einer beatmungsassoziierten Pneumonie bevorzugen
Published inLeitlinien kompakt

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