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Leitlinie „Management of brief resolved unexplained events (BRUE) in infants“ der CPS

veröffentlichende Fachgesellschaft: Canadian Paediatric Society (CPS)
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 06.07.2026
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://cps.ca/en/documents/position/brief-resolved-unexplained-events-in-infants

Inhaltsverzeichnis

Diagnostik

  • gründliche Anamnese und körperliche Untersuchung, um alternative Ursachen für das Auftreten der Symptome auszuschließen, bevor die Diagnose BRUE gestellt wird
  • Diagnosekriterien für ein kurzzeitiges, abgeschlossenes, ungeklärtes Ereignis (BRUE) bei Säuglingen < 1 Jahr
BRUEDefinitionAusschluss bei
Brief (kurzzeitg)Dauer < 1 minlänger andauernd oder wiederkehrend oder professionelle medizinische Reanimation erforderlich
Resolved (abgeschlossen)Kind zeigt zum Zeitpunkt der medizinischen Untersuchung wieder normale Vitalparameter und normalen Befund bei der körperlichen Untersuchunganhaltende auffällige Befunde bei der Untersuchung (z.B. Lethargie, Atemnot, veränderter Muskeltonus)
Unexplained (unerklärlich)keine Ursache nach gründlicher Anamnese und Untersuchung feststellbaridentifizierbare Ursache, wie z.B. Infektion, Reflux, Krampfanfall oder Anomalie der Atemwege
Event (Ereignis)umfasst mind. eines der folgenden Anzeichen:
– Farbveränderung (zentrale Zyanose oder Blässe)
– Atemstörungen (Apnoe, unregelmäßige/verminderte Atmung)
– deutliche Veränderung des Tonus (Hypertonie oder Hypotonie)
– veränderte Reaktionsfähigkeit (kurzzeitiger Bewusstseinsverlust oder gestörte Wahrnehmung)
gutartige Zustände wie periodische Atmung, isolierte periorale Zyanose, Atemstillstände oder postiktale Zustände
Diagnosekriterien für ein kurzzeitiges, abgeklungenes, ungeklärtes Ereignis (BRUE) bei Säuglingen unter 1 Jahr
strukturierte Abklärung bei V.a. BRUE sowie Risikofaktoren für alternative oder zugrunde liegende Diagnosen
Differentialdiagnosen bei Patient*innen mit V.a. BRUE
  • med. Personal soll sich des geringen Sterberisiko und dem geringen Risiko für schwerwiegende Grunderkrankungen bewusst sein –> wiederkehrenden BRUEs, die auf erhöhtes Risiko für schwerwiegende Erkrankungen hindeuten, längere Beobachtung oder engmaschigere ambulante Nachsorge in Betracht ziehen
  • Einsatz von neu entwickelten Instrumenten, um Risiken zu stratifizieren und präzise, individuell angepasste Risikoschätzungen für schwerwiegende Erkrankungen und Rezidive zu erstellen
  • kurze (4-stündige) Beobachtung mit kardiorespiratorischer Überwachung durchführen
  • Beurteilung des Füttern, v.a. wenn das BRUE zeitlich mit dem Füttern zusammenhing
  • ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung bzgl. Misshandlungen
  • keine routinemäßige, unspezifische Vorsorgeuntersuchungen
  • gezielte Untersuchungen nur dann, wenn bestimmte anamnestische oder klinische Faktoren auf bestimmte Erkrankung hindeuten, z.B.
    • EKG bei auffälligen Untersuchungsbefunden oder bei bedenklicher Familienanamnese (Herzrhythmusstörungen, plötzlicher, ungeklärter Tod; CAVE: routinemäßiges EKG ohne Risikofaktoren liefert selten klinisch aussagekräftige Informationen)
    • EEG bei V.a. Krampfanfälle, auffälligen Untersuchungsbefund oder bedenklicher Familienanamnese
    • nächtliche Pulsoximetrie bei bestehenden Atemwegsproblemen oder Risikofaktoren für Apnoe
    • Keuchhustentestung nur bei lokalen Ausbrüchen oder bei Säuglingen in Gemeinden mit unzureichender Durchimpfungsrate
    • Überweisung an Logopäd*in und Durchführung einer videofluoroskopische Schluckuntersuchung, wenn erste Ernährungsuntersuchungen auf Aspirationsrisiko hindeuten
    • Beurteilung der Atemwege bei wiederkehrenden Atemwegsbeschwerden oder V.a. Anomalien der Atemwege

Management

  • keine routinemäßige Aufnahme von Säuglingen, es sei denn, es bestehen Bedenken hinsichtlich Misshandlung, unzureichender Nachsorge oder erheblichen Begleiterkrankungen
  • umgehende ambulante Nachsorge (z.B. innerhalb weniger Tage), um klinischen Zustand erneut zu beurteilen und sich auf sich verändernde Symptome einzustellen
  • säurehemmende Therapie (z.B. Protonenpumpenhemmer) vermeiden (CAVE: selbst bei klinischem V.a. auf gastroösophagealen Reflux (GER) keine Senkung des Rezidivrisikos bei BRUE, sondern eher risikofördernd)
  • keine routinemäßige kardiorespiratorische Überwachung zu Hause bei ansonsten gesunden Säuglingen nach BRUE (keinen Nutzen bei der Prävention des plötzlichen Kindstods, SIDS)
  • klinische Behandlung von Säuglingen mit V.a. BRUE
Published inLeitlinien kompakt

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