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Leitlinie „Construction of direct transfer to angiography suite“ der CSA

veröffentlichende Fachgesellschaft: Chinese Stroke Association (CSA)
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 08.06.2026
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://doi.org/10.1136/svn-2026-005450

Grundsätzliches

  • Definition „Direct Transfer to the Angiography Suite (DTAS)“: Transport von Patient*innen mit V.a. oder bestätigter LVO in die Neuroangiographie eines Zentrums mit Thrombektomie-Kapazitäten unter Umgehung der Notaufnahme
  • Unterteilung der DTAS-Arbeitsabläufe
    1. DTAS-Transfer (DTAS-T): direkter Transport von Patient*innen direkt von der Notaufnahme eines überweisenden Krankenhauses in die Angiographie (inkl. Einweisungen mit mobilen Stroke-Units (MSU; STEMO o.Ä.)
    2. DTAS-Field (DTAS-F): Patient*innen werden direkt vom präklinischen Einsatzort in die Angiographie transportiert (DTAS-F-Arbeitsablauf basiert auf Ausschluss einer ICB mittels FPCT oder Sliding-Gantry-CT bei Patient*innen mit V.a. LVO, während die Erstdiagnose einer LVO häufig mittels einer auf Sliding-Gantry-CT basierenden intravenösen oder intraarteriellen CT-A oder DSA gestellt wird)
  • Arbeitsablauf im Vergleich zur direkten Überleitung in die Angiographie (DTAS)

Standards für DTAS

Equipment für DTAS

  • erforderliche Ausrüstung
    • On Table-Neurobildgebung: rotierendes C-Bogen-Flachbilddetektorsystem, das zur Cone-beam-CT-Bildgebung (FPCT) geeignet ist, um intrakranielle Blutungen auszuschließen und Behandlungsentscheidungen ohne Unterbrechungen im konventionellen CT-Raum zu ermöglichen (in der Praxis muss der Angiographie-Raum die Unterscheidung zw. Infarkt und Blutung mittels FPCT vor Intervention ermöglichen)
  • bei entsprechenden Ressourcen Etablierung von hybriden Angio-CT-Räumen erwägen, bei denen das CT im Angiographietisch integriert ist –> hybriden Angio-CT-Räume ermöglichen es, die gesamte Notfall-CT-Bildgebung, inkl. CT-A & CT-Perfusion, in einen zentralen Arbeitsablauf zur Schlaganfallbehandlung zu integrieren
    • DSA- und Thrombektomie-Plattform: voll ausgestatteter DSA-Raum mit Standard-Thrombektomiegeräten, der bei Indikation einen integrierten Arbeitsablauf „On-Table-Thrombolyse („diagnostische DSA-EVT“) ermöglicht
    • periprozedurale Überwachung und Anästhesie: kontinuierliche kardiopulmonale Überwachung, Unterstützung von Atemung und Hämodynamik sowie vefügbare anästhesiologische Unterstützung direkt im Raum
    • Medikamente und Notfall-Kits: i.v.-Antihypertonika, Perfusoren sowie standardisierte Schnellthrombolyse-Kits verfügbar (Thrombolyse-Set: i.v.-Thrombolytika sowie BZ-Messgerät, Spritzen, NaCl 0,9% und Protokolle zur Medikamentenverabreichung und Dosierungshilfen)
    • direkter Zugangsweg und gut sichtbare Wegweiser: geschützter „grüner Weg“ vom Rettungswagenstellplatz bis zum Angiographie-Raum mit gut sichtbarer, standardisierter Beschilderung, um Verzögerungen bei der Wegfindung zu vermeideno
  • optionale Ausrüstung/Abläufe
    • telefonische Voranmeldung mit voraussichtlicher Ankunftszeit und vermutetem Grad des V.a. LVO
    • LVO-Screening vor Einlieferung: Nutzung validierter klinischer Skalen für Schlaganfälle im präklinischen Bereich sowie neuer tragbarer technischer Hilfsmittel zur LVO-Erkennung, um bei V.a. LVO den DTAS-Screening-Prozess einzuleiten

Personal für DTAS-Ansatz

  • Personal der Notaufnahme –> Ärzt*innen, Pflegekräfte, Sanitäter*innen mit den folgenden Aufgaben:
    • Untersuchung & Diagnostik mit Erhebung von Vitalparametern, Anamnese, neurologischer Untersuchung und NIHSS-Bewertung
    • im Idealfall wird Notaufnahme umgangen und alle Maßnahmen werden im Angiographie-Raum durchgeführt
    • sofern Diagnose von ICB oder distalem Verschluss erfolgt übernimmt das Team aus der Notaufnahme die Patient*innen und setzt die Behandlung fort
    • medizinische Stabilisierung
  • Transfer-Personal sowie ggf. Neurolog*in (falls erforderlich)
    • Transfer-Personal und, falls indiziert, ein*e Neurolog*in begleiten die Patient*innen von der Notaufnahme zum Angiographie-Raum, wobei ein eigener Aufzug bereitsteht, um einen sicheren Transport zu gewährleisten
    • wenn abschließende Bildgebung eine LVO (ICB oder distale Okklusion) ausschließt, bringt das Transfer-Personal die Patient*innen mit der Krankenakte oder einer einseitigen Zusammenfassung in die entsprechende Abteilung (Notaufnahme, Intensivstation, neurologische Normalstation oder Neurochirurgie)
  • Angiographie-Personal –> rund um die Uhr verfügbare Neurointerventionist*innen, Anästhesist*innen, Thrombolyse-Pflegekräfte und Radiologie-Techniker*innen mit den folgenden Aufgaben:
    • medizinische Stabilisierung
    • Durchführung der FPCT und Auswertung der Bildgebung durch Neurointerventionist*innen
    • Patient*innenvorbereitung: Vermeidung aller nicht notfallbezogenen pflegerischen Maßnahmen, die die Bildaufnahme verzögern könnten; routinemäßige Vorbereitungen vor Intervention, wie Entkleiden, Anlage eines Foley-Katheters, pvK und Anästhesie, sollten erst nach Bestätigung des Nichtvorhandenseins einer ICB mittels FPCT durchgeführt werden
    • Brückenthrombolyse
    • DSA und EVT
    • weitere Diagnose- und Behandlungsentscheidungenkende Therapie eingeleitet werden.

Algorithmus

Published inLeitlinien kompakt

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