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19.03. – Tag der Luftretter (Die Geschichte der Luftrettung in Deutschland)

Heute ist der „Tag der Luftretter“, welcher auf Initiative der DRF Luftrettung erstmals am 19. März 2020 stattgefunden hat und das Ziel hat über die Arbeit der Luftretter*innen in Deutschland zu informieren. Aus diesem Grund wollen wir uns hier bei FOAMio heute auch ein wenig mit der Luftrettung in Deutschland, genauer gesagt der Geschichte der Luftrettung. Aber zu Beginn noch ein paar grundsätzliche Zahlen und Fakten zur Luftrettung in Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Grundsätzliches

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es aktuell (Stand: 13.03.2025) 88 Luftrettungs-Stationen der größeren Betreiber, wobei sich diese wie folgt auf die Anbieter aufteilen:

  • ADAC Luftrettung gGmbH: 38 Standorte
  • Bundesministerium des Innern und für Heimat: 12 Standorte
  • DRF Luftrettung: 29 Standorte
  • Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. – Johanniter Luftrettung: 4 Standorte
  • SAR-Dienst der Bundeswehr/Marine: 2 Standorte
  • SAR-Dienst der Bundeswehr/Heer: 3 Standorte
  • GESAMT: 88 Standorte

An all diesen Standorten sind 90 Hubschrauber im Regelbetrieb eingesetzt, die sich auf die folgenden Typen bzw. Einsatzarten aufteilen:

  • Rettungshubschrauber (RTH): 57 Hubschrauber
  • Dual-Use-Hubschrauber: 13 Hubschrauber
  • Intensivtransport-Hubschrauber (ITH): 15 Hubschrauber
  • SAR-Hubschrauber (SAR): 5 Hubschrauber
  • GESAMT: 90 Hubschrauber
Die Karte findet Ihr in interaktiver Form über diesen Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Luftrettung_in_Deutschland#/map/0; Legende: gelb = ADAC Luftrettung, orange = Zivilschutz-Hubschrauber, rot = DRF Luftrettung, grün = Bundeswehr, grün = andere Anbieter

Geschichte der Luftrettung

Ursächlich für den Aufbau des Luftrettungssystems in Deutschland war die steigende Zahl von Verkehrsunfällen mit Unfalltoten in den 1960er Jahren.

1952

erster hubschrauber-gebundener Luftrettungs-einsatz Europas in Davos (Schweiz)

1960er Jahre

steigende Zahl von Verkehrs-unfällen mit Unfalltoten wird drängste Ursache für den Aufbau des Luftrettungs-systems in Deutschland

11. 08. – 01.09.1967

Hans-Werner Feder, Arzt aus Obermöhrlen (Hessen), wagt ersten Versuch mit Arzt-Hubschrauber

Einsatz bei 52 Verkehrsunfällen und Versorgung von 31 Leichtverletzten, 16 Mittelschwerverletzten & 19 Schwerverletzten

Ostern & Pfingsten 1968

Feuerwehr Frankfurt a. M. & Bundeswehr führen Feldversuch mit einem Großraumhubschrauber

7-Mann-Besatzung kam bei 15 schweren Verkehrsunfällen zum Einsatz

Sommer 1968

Feldversuch mit Unterstützung des Bundesverkehrs-ministeriums in München, Nürnberg und Mainz

52 Einsätze an 47 Einsatztagen

Winter 1968/69 &
Sommer 1969

Großversuch von ADAC, BRK & Klinikum rechts der Isar München

18 Einsatztage im Winter 1968/69 und 38 Einsatztage im Sommer 1969

ab Pfingsten 1970

Heeresfliegerstaffel 8 in Oberschleißheim bei München stellt an Wochenenden und Feiertagen eine Bell UH-1D samt fliegerischer Besatzung zur Unfallrettung

bis Oktober 1970 110 Einsätze an 45 Einsatztagen

01.11.1970

erster ziviler RTH „Christoph 1“ (ADAC) nimmt in München seinen Dienst am Städtischen Klinikum München-Harlaching auf

November 1971

Einrichtung eines sogenannten (Test-)Rettungszentrums der Bundeswehr in Ulm durch Prof. Dr. med. F.W. Ahnefeld

Luftwaffe + BwKrhs Ulm stellt notfallmedizinisch ausgerüsteten Hubschrauber („SAR Ulm 75“), auch für den zivilen Rettungsdienst

22.12.1971

Bundesministerium des Innern beschafft aus Mitteln des erweitert. KatS Hubschrauber und der Christoph 3 (Köln) wird als erster Katastrophenschutz-Hubschrauber in Dienst gestellt

RTH wird zeitnah nach Köln verlegt

19.03.1973

Dt. Rettungsflugwacht e.V. (DRF) stellt ihren 1. RTH in der Nähe von Stuttgart in Dienst

16.09.1980

Bundesministerium des Innern etabliert zuletzt mit dem Christoph 17 in Kempten weitere 17 Stationen

1981

ADAC beginnt mit dem Christoph 20 in Bayreuth die Errichtung weiterer Stationen

01.09.1987

US-Helikopter wird vom ADAC in West-Berlin als „Christoph 31“ stationiert

ab 1990

Betrieb von zunächst 9 Hubschraubern des SAR-Dienstes als RTH

02.04.1990

Stationierung eines RTH in Leipzig betrieben durch die Bundeswehr (befristete „Amtshilfe“ bis Juni 1992)

nach dem Mauerfall wird damit das Luftrettungssystem auf die neuen Bundesländer ausgeweitet (zuvor kein Luftrettungssystem in der DDR; „in absoluten Ausnahmefällen“ Einsatz von NVA-Hubschraubern zur Patient*innenversorgung)

1991

Indienststellung des ersten ITH Deutschlands & erste Station mit „Rund um die Uhr“-Betrieb in München durch die DRF Luftrettung

1997

ADAC stellt ersten kombinierten Rettungs- und Intensivtransporthubschrauber in Dienst (Christoph 77 in Mainz)

ab 1998/99

erstes zivil-militärisches Gemeinschaftsprojekt von BwZKrhs Koblenz und ADAC

– damit beginnt der Rückzug der Luftwaffe aus der Zivilluftrettung
– ADAC stellt Hubschrauber & Flugpersonal und Bundeswehr das medizinische Personal

2005/2006

schlussendliche Reduktion der Katastrophenschutz-Hubschrauber/Standorte auf aktuell 12 Standorte bzw. Hubschrauber im Regeldienst

alle abgegebenen Luftrettungs-zentren wurden nahtlos von der ADAC Luftrettung und der DRF Luftrettung weitergeführt

01.07.2006

Luftwaffe gibt Hubschrauber in Neustrelitz an den ADAC ab

Luftwaffe betreibt damit keinen Hubschrauber mehr an einem Luftrettungszentrum

2009

erster bundesweiter RTH der zivilen Luftrettung, welcher Nachtsichtgeräte nutzt (DRF-Station München)

2021

erster RTH mit Fünfblattrotor (H145)

Geschichte der DRF Luftrettung

  • 06.09.1972: Gründung der heutigen „DRF Luftrettung“ unter dem Namen „Deutsche Rettungsflugwacht e. V. German Air Rescue“ (kurz „DRF“)
  • 19.03.1973: Indienststellung des Rettungshubschraubers für den Großraum Stuttgart
  • 1975: Indienstnahme der heutigen Stationen Karlsruhe und Rendsburg
  • 1980: Gründung der Werft in Baden-Baden/Oos zur Wartung der Hubschrauber
  • 1984: erster Start des ersten eigenen Ambulanzflugzeugs
  • 1996: Inbetriebnahme der weltweit ersten EC135
  • 1998: erster RTH der DRF Luftrettung wird mit Winde ausgestattet (Nürnberg)
  • 2001: Gründung der ARA Flugrettung in Österreich als Teil der DRF Luftrettung
  • 2008: Umorganisierung und Umbennenung in DRF Luftrettung
  • 2013: Eröffnung der neuen Werft mit elf Docks am Operation-Center am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden
  • 2015: 1996: Inbetriebnahme der weltweit ersten H145
  • Dezember 2017: Gründung der gemeinsamen Gesellschaft AP³ Luftrettung mit einer Station in Liechtenstein durch DRF Luftrettung, der ARA Flugrettung und der Schweizer Alpine Air Ambulance AG (AAA)
  • 2018: Gründung der DRF-Akademie für die Aus- und Weiterbildung
  • 2019: erste DRF-Station mit Blut- und Plasmakonserven (Greifswald; es folgen Mannheim, Regensburg, Stuttgart und Berlin)
  • April 2019: rückwirkend zum 1. Januar 2019 Übernahme der Northern HeliCopter GmbH (NHC)
  • 2021: DRF Luftrettung fliegt, zusammen mit ihren Tochterunternehmen, ihren 1.000.000. Einsatz
  • 19.03.2023: 50-jähriges Einsatzjubiläum

ADAC Luftrettung

  • 01.11.1970: Indienststellung des ersten RTH in Deutschland durch den ADAC in München
  • 1973: ADAC e.V. veranstaltet erstmals die „Fachtagung Luftrettung“ und schafft damit eine Plattform für den regelmäßigen interdisziplinären Erfahrungs- und Informationsaustasuch zum Thema Luftretttung
  • 25.11.1981: Gründung der ADAC Luftrettung unter dem Namen „Arbeitskreis des ADAC zur Förderung der Luftrettung und zur Hebung der allgemeinen Verkehrssicherheit (ADAC-Luftrettung) Gesellschaft mit beschränkter Haftung“
  • 1990: Indienststellung des 1. ADAC Intensivtransporthubschraubers an der BG-Unfallklinik Hamburg-Boberg
  • 1996: Aufnahme der ersten Maschine vom Typ EC135 in die Flotte des ADAC
  • März 1998: Inbetriebnahme der ersten grenzüberschreitenden Rettungshubschrauber-Station Deutschlands in Aachen-Würselen durch den ADAC („Christoph Europa 1“)
  • 29.03.2000: Umbenennung in „ADAC-Luftrettung GmbH“
  • 2002: Indienststellung des „Christophorus Europa 3“, welcher gemeinsam vom ADAC und ÖAMTC betrieben wird
  • 2008: Gründung der ADAC HEMS Academy als weltweit erste Ausbildungs- und Trainingsstätte, die Hubschrauberpiloten, Notärzte und Rettungsassistenten unter einem Dach schult
  • 2010: ADAC Luftrettung feiert 40 Jahre „Christoph 1” in München und damit das 40-jährige Bestehen der öffentlich-rechtlichen Luftrettung in Deutschland
  • 26.08.2013: Umbenennung in „ADAC Luftrettung gGmbH“
  • 2017: ADAC Luftrettung gGmbH wird Tochtergesellschaft der gemeinnützigen ADAC Stiftung
  • März 2019: 2021: ADAC Luftrettung fliegt ihren 1.000.000. Einsatz
  • 01.11.2020: 50-jähriges Einsatzjubiläum
  • Juni 2021: Christoph 1 in München fliegt als erster RTH weltweit mit umweltfreundlichem Kerosin

Johanniter Luftrettung

  • 1972: erster Luftrettungsstandort Beteiligung der Johanniter in Hannover
  • 1982: Patient*innentransporte von Köln aus zu Herztransplantationen in die Schweiz, USA, nach Belgien und Holland
  • 1984: Aufbau des Johanniter Auslandsrückholdienstes und Verlegungsflüge deutschlandweit und weltweit
  • 1985: Ambulanzflugdienst in Köln gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen
  • 1985: Johanniter Luftrettung betreibt die Standorte Telgte, Münster, Bad Oeynhausen, Dortmund
  • 1996 Betrieb eines Intensivtransporthubschraubers (ITH) am Flugplatz Reichelsheim mit Duldung des Landes Hessen (1998 erfolgt die Genehmigung durch das Land Hessen)
  • 2013: Genehmigung für Standortverlagerung der Johanniter Luftrettung nach Gießen
  • 2014: Inbetriebnahme des Luftrettungszentrums Gießen
  • 2016: Inbetriebnahme am Flughafen Marl-Loemühle (Kreis Recklinghausen/NRW)
  • 2016: Inbetriebnahme am Standort Nürburgring (Kreis Ahrweiler/Rheinland-Pfalz)
  • 2018: Einrichtung Standort in Sembach/Pfalz mit dem Air Rescue Pfalz
  • 2019: Schließung Standort Sembach/Pfalz
  • 2020: vorläufige Einstellung des Standortes am Flughafen Marl-Loemühle/NRW
  • 2022/2023: Start Windenbetrieb der Johanniter Luftrettung
  • 01.12.2023: Übernahme des Luftfahrtunternehmens HELI-FLIGHT GmbH & Co. KG

Zivilschutz-Hubschrauber (Bundesinnenministerium)

  • 22.12.1971: Bundesministerium des Innern beschafft aus Mitteln des erweiterten Katastrophenschutz Hubschrauber und der Christoph 3 (Köln) wird als erster Katastrophenschutz-Hubschrauber in Dienst gestellt (RTH wird zeitnah nach Köln verlegt)
  • 15.08.1972: Indienststellung Christoph 2 (Frankfurt)
  • 02.10.1972: Indienststellung Christoph 4 (Hannover)
  • 16.11.1973: Indienststellung Christoph 5 (Ludwigshafen)
  • 20.12.1973: Indienststellung Christoph 6 (Bremen)
  • 17.12.1974: Indienststellung Christoph 7 (Kassel)
  • 23.12.1974: Indienststellung Christoph 8 (Lünen)
  • 01.01.1975: ADAC schenkt Christoph 1 (München) dem Bund
  • 16.09.1975: Indienststellung Christoph 9 (Duisburg)
  • 22.10.1975: Indienststellung Christoph 10 (Wittlich)
  • 18.11.1975: Indienststellung Christoph 11 (Villingen-Schwenningen)
  • 01.06.1976: Indienststellung Christoph 12 (Eutin)
  • 03.07.1976: Indienststellung Christoph 13 (Bielefeld)
  • 10.09.1976: Indienststellung Christoph 14 (Traunstein)
  • 19.11.1977: Indienststellung Christoph 15 (Straubing)
  • 14.04.1978: Indienststellung Christoph 16 (Saarbrücken)
  • 31.07.1980: Indienststellung Christoph 18 (Ochsenfurt)
  • 16.09.1980: Indienststellung Christoph 17 (Kempten)
  • 01.07.1992: Indienststellung Christoph 36 (Magdeburg)
  • 01.10.1992: Indienststellung Christoph 37 (Nordhausen)
  • 16.11.1992: Indienststellung Christoph 34 (Güstrow)
  • 01.07.1993: Indienststellung Christoph 38 (Dresden)
  • 03.10.1993: Indienststellung Christoph 35 (Brandenburg)
  • 01.05.1995: Übernahme von Christoph 11 durch DRF
  • 01.12.1995: Abgabe von Christoph 15 an ADAC (Straubing)
  • 01.01.1996: Abgabe von Christoph 18 an DRF (seit 1.1.2011 ADAC)
  • 01.07.1996: Abgabe von Christoph 16 an ADAC (Saarbrücken)
  • 01.01.1997: Abgabe von Christoph 10 an ADAC (Wittlich)
  • 01.07.1997: Abgabe von Christoph 6 an ADAC (Bremen)
  • 01.01.2002: Abgabe von Christoph 38 an DRF (Dresden)
  • 01.04.2005: Abgabe von Christoph 8 an ADAC (Lünen)
  • 19.01.2006: SAR 71 wird Christoph 29 (Bundeswehr-Krankenhaus Hamburg) aufgrund Verwaltungsvereinbarung zwischen BMVg und BMI
  • 21.04.2006: Abgabe von Christoph 36 an DRF (Magdeburg)
  • 15.05.2006: Abgabe von Christoph 5 an ADAC (Ludwigshafen)
  • 01.07.2006: Abgabe von Christoph 37 an DRF (Nordhausen)
  • 2007/2008: kompletter Flottenwechsel auf EC 135 T2
  • 27.10.2018: Übergabe der H 135 mit Winde an das LRZ Traunstein
  • 10.05.2019: Übergabe der H 135 mit Winde an das LRZ Kempten
  • 16.04.2020: 800.000. Einsatz eines Zivilschutz-Hubschraubers
  • 22. Dezember 2021: 50-jähriges Einsatzjubiläum

Quellen

Published inWelttag...

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