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Leitlinie „Emergency procedures and care“ der SFMU

veröffentlichende Fachgesellschaft: French Society of Emergency Medicine (SFMU)
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 28.03.2026
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://www.sfmu.org/fr/publications/recommandations-de-la-sfmu//recommandations-nationales-sur-les-gestes-et-soins-d-urgences-mise-au-point-2026-/con_id/583

HWS-Trauma

  • keine routinemäßige Analge einer Halskrause
  • V.a. HWS-Trauma erwägen, wenn mindestens eines der folgenden Merkmale vorliegt:
    • Schmerzen im Bereich der HWS
    • Bewusstlosigkeit oder Bewusstseinsstörungen (Alkoholkonsum, Agitation etc.) oder starke ablenkende Schmerzen, die zuverlässige Beurteilung verhindern
  • Anlage einer Halskrause bei allen prähospitalen Patient*innen mit V.a. HWS-Trauma, außer es erfolgt eine Vor-Ort-Beurteilung nach der modifizierten Canadian-C-Spine-Regel durch geschultes medizinisches Personal oder per telenotärztlichem Personal
  • bei Aufnahme in Notaufnahme Stabilität und Schweregrad des HWS-Trauma routinemäßig beurteilen, um zu entscheiden, ob die Halskrause entfernt werden kann oder belassen werden soll

Reposition

  • keine routinemäßige, prähospitale Reposition bei Trauma oder Deformität der betroffenen Extremität, außer in den folgenden Fällen
    • V.a. Beeinträchtigung der peripheren Durchblutung
    • Gefahr von Hautschäden
    • neurologische Ausfälle
    • starke Schmerzen
    • für den Transport ungeeignete Fehlstellung der Extremität
  • einmaliger Repositionsversuch unter angemessener Sedierung, gefolgt von sofortiger Ruhigstellung und Röntgenkontrolle

aktive, externe, kritische Blutung

  • Anlage von Tourniquet so früh wie möglich bei aktiver, externer, kritischer Blutung in folgenden Fällen
    • große und extrem zerfetzte Wunde
    • Wunde nicht direkt komprimierbar
    • Amputation erforderlich
    • tief liegender Fremdkörper
    • fehlendem peripheren Puls
    • hämorrhagischem Schock
    • Herzstillstand
    • mehreren Verletzungen
  • nach Tourniquet-Anlage frühzeitige Kontrolle bzgl. der Wirksamkeit (idealerweise in < 1 h nach Anlage) und, falls möglich, Konversion auf hämostatischen Verband
  • bei anderen Fällen mit aktiver Extremitätenblutung als Erstmaßnahme Ausüben von direktem Druck auf die blutende Wunde
  • Tourniquet-Anlage bei aktiver und anhaltender Extremitätenblutung, falls direkter Druck unwirksam bzw. nicht ausreichend ist

Versorgung bei Bewusstlosigkeit

  • bewusstlose Traumapatient*innen mit normaler Atmung nicht ohne Immobilisation bewegen, obere Atemwege freihalten und gleichzeitig Atmung genau überwachen
  • bei bewusstlosen Traumapatient*innen mit unter Erbrechen oder Atemnot, die prähospital von mind. 2 erfahrenen Rettungsfachlkräften versorgt werden, Lagerung in modifizierter Seitenlage (Lateral Trauma Position, LTP) unter strikter Aufrechterhaltung der manuellen Inline-Stabilisierung der Wirbelsäule (mit oder ohne starre Halskrause) unter ständiger Überwachung der Atmung
  • bei bewusstlosen Traumapatient*innen mit unter Erbrechen oder Atemnot, die prähospital von nur einer erfahrenen Rettungsfachlkräften versorgt werden, Lagerung in Haines-Seitenlage (ein Arm unter dem Kopf) mit vorsichtiger Mobilisierung erwägen, wobei die Bewegung der HWS so weit wie möglich eingeschränkt werden soll (CAVE: weiterhin ständige Überwachung der Atmung)
  • bei bewusstlosen Traumapatient*innen ohne oder mit abnormaler Atmung von Herzstillstand ausgehen (HLW so früh wie möglich in Rückenlage beginnen)

Nutzung standardisierte Algorithmen

  • Nutzung standardisierter Bewertungs-/Beurteilungs-Tools, um klinische Beurteilung und Erstversorgung zu verbessern
  • keine Empfehlung bzgl. Verwendung eines bestimmten standardisierten Bewertungs-/Beurteilungs-Tools (X-ABCDE vs. MARCHE), um klinische Beurteilung und Erstversorgung zu verbessern
Published inLeitlinien kompakt

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