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Leitlinie „Bauchschmerz bei Kindern und Jugendlichen – Bildgebende Diagnostik“ der GPR

veröffentlichende Fachgesellschaft: Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie (GPR)
Klassifikation gemäß AWMF: S1
Datum der Veröffentlichung: 27.02.2026
Ablaufdatum: 27.02.2029
Quelle/Quelllink: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/064-016

Empfehlung

  • Ultraschalluntersuchung des Abdomens als Methode der Wahl bei erforderlicher Bildgebung im Rahmen von Bauchschmerzabklärungen
  • weiterführende Bildgebung mit Röntgen, Durchleuchtung bzw. MRT soll individuell entschieden werden
  • in Einzelfällen Computertomografie mit dosisreduzierten Protokollen als Problemlöser
  • keine Verzögerung der Bildgebung bei chronischen Bauchschmerzen mit sogenannten Red flags

wichtige Differentialdiagnosen

FragestellungBildgebungKommentar
AppendizitisSono– weiterführend MRT bei unklarem Sono/Komplikationen
Ggf. CT in Ausnahmefällen
akutes ScrotumSono + FKDS– Gefäßdarstellung
– CAVE: OP nicht verzögern
Cholezystitis/-lithiasisSono
chron. entzündliche
Darmerkrankung
– Sono + FKDS
– MRT mit Darmdistension
– Darmwandbeurteilung erforderlich
– Röntgen-Kontrastmittelverfahren nicht
zielführend
chron. ObstipationSonoggf. Kolon-Kontrasteinlauf i. A. von Vordiagnostik (bei V.a. M. Hirschsprung)
chron. periumbilikaler
Bauchschmerz
Sonoi.d.R. kein organisches Korrelat
Enteritis/Enterocolitis Sonoi.d.R. Bildgebung nicht erforderlich
GallenwegserkrankungSonoMRT/MRCP bei Komplikation/ Fehlbildung (z. B. Choledochuszyste)
Harnwegserkrankungsiehe Leitlinien Hämaturie, Harnwegsinfektion, Harntraktdilatation
InvaginationSonoggf. Röntgen bei Perforationsverdacht
– Desinvagination möglichst sonografisch gesteuert
LeistenhernienSono– Sono bei unklarem Befund
– bei V.a. Inkarzeration OP nicht verzögern
Ovarialzyste/-torsionSono– mit gefüllter Harnblase
– weiterführend ggf. MRT bei unklarem Sono/Komplikation
PankreatitisSono– ggf. MRT/CT bei Komplikationen/Fehlbildung
– ggf. CEUS (off label use)
Perforation/Ileus Sono/Röntgen– Röntgen in Linksseitenlage (horizontaler Strahlengang)
– beachte Besonderheiten in der Neonatologie (ap, im Hängen)
– ggf. MRT; CT in Ausnahmefällen
PneumonieSono– ggf. Rö. Thorax („Pneumoniebauch“), da Bauchschmerzen Leitsymptom einer Pneumonie sein können
röntgendichter
Fremdkörper
Röntgen-Untersuchung von Epipharynx bis Symphyse– Durchleuchtungsbild mit LIH oder digitale Aufnahme mit sehr niedriger Dosis meist ausreichend
– eingeblendet auf Pharynx/Oesophagus bzw.
Magendarmtrakt
– CAVE Perforationen durch mehrere Magnete, durch Knopfbatterien
– ggf. vergleichend Fremdkörpermaterial zuvor röntgen
TraumaSono + FKDS– ggf. CT/MRT,
– ggf. Kontrastmittelultraschall i.v. (CEUS, Off label use)
TumorSono + MRTsiehe Leitlinie (z.B. Protokolle GPOH)
VolvulusSono + FKDS– Röntgen Abdomen ap
– ggf. MDP
– CAVE: Diagnose bildgebend nicht immer zu sichern!
Abkürzungen: CEUS = Contrast enhanced ultrasound, CT = Computertomografie; DL = Durchleuchtung; ERCP = Endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreatikografie; FK = Fremdkörper; FKDS = Farbkodierte Dopplersonografie; GPOH = Gesellschaft für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie; LIH = Last image hold; MDP = Magen-Darm-Passage; MRT = Magnetresonanztomografie; Rö = Röntgenaufnahme; US = Ultrasonografie
Published inLeitlinien kompakt

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