veröffentlichende Fachgesellschaft: Infectious Diseases Society of America (IDSA), American College of Emergency Physicians (ACEP), Pediatric Infectious Diseases Society (PIDS), Society for Healthcare Epidemiology of America (SHEA), Society of Hospital Medicine (SHM), Society of Infectious Diseases Pharmacists (SIDP), Society of Critical Care Medicine (SCCM), American Thoracic Society (ATS) und American Society for Microbiology (ASM)
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 25.08.2026
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://doi.org/10.1093/cid/ciag438
diagnostische Tests und Erregernachweis
- Implementierung von Multiplex-Nukleinsäureamplifikationstests für positive Blutkulturen in Verbindung mit aktiver Unterstützung durch ein Programm zur rationalen Antibiotikaverordnung, um eine zeitnahe Interpretation, Therapieoptimierung und Nachsorge zu gewährleisten
- Nutzung von Strategien zur klinischen Entscheidungsunterstützung, um die Anordnung von Blutkulturen zu optimieren, inkl. geeigneter Indikationen für Erst- und Folgekulturen
Antibiotikamanagement & -verabreichung
- Implementierung von Arbeitsabläufen und Leistungsüberwachung, um die Zeit von der Erkennung eines septischen Schocks bis zur ersten Antibiotikagabe zu optimieren (Ziel: < 1 h)
- bei Patient*innen mit septischem Schock sollte die Zeit von der Antibiotikaanordnung bis zum Beginn der Infusion überwacht und minimiert werden, mit einem pragmatischen zeitlichen Zielwert von < 30 min
- Einführung von institutionellen Richtlinien, die die standardmäßige Gabe von β-Lactam-Antibiotika, die gegen das gramnegative Bakterium Pseudomonas aeruginosa aktiv sind, als Langzeitinfusion nach initialer Aufsättigungsdosis vorsehen, wenn diese Antibiotika für schwerkranke Patient*innen mit Sepsis verordnet werden
- Implementierung von klinischen Entscheidungshilfen und multidisziplinären Schulungen, um die Gabe von β-Lactam-Antibiotika vor Vancomycin zu priorisieren, wenn bei Patient*innen mit V.a. Sepsis beide Antibiotika verordnet werden
- Implementierung von standardisierte Arbeitsabläufe und klinische Entscheidungshilfen, um die rechtzeitige Gabe der 2. Antibiotikadosis in kurzen Dosierungsintervallen sicherzustellen
- Entwicklung von Protokollen und klinischen Entscheidungshilfen zur Steuerung der Antibiotikaauswahl bei Patient*innen mit bekannter Penicillin- oder anderer β-Lactam-Allergie
- Implementierung von klinischen Entscheidungshilfen, die basierend auf der elektronischen Patient*innenakten die infektionsortspezifische Risikoeinschätzungen für multiresistente Erreger liefern, um die empirische Antibiotikaauswahl bei Verdacht auf Sepsis zu steuern
Überwachung und Leistungskennzahlen
- Übernahme der Definition des CDC für Sepsisereignisse bei Erwachsenen, um die Inzidenz, die Behandlungsergebnisse und die Therapieprozesse bei einer Sepsis zu überwachen, stratifiziert nach ambulant und stationär erworbener Sepsis
- bei Patient*innen mit V.a. Sepsis sollte sowohl eine unzureichende als auch eine unnötig breit angelegte empirische Antibiotikatherapie überwacht werden, ggf. mithilfe automatisierter Methoden
- Maßnahmen zur Deeskalation der Anti-MRSA- und Antipseudomonas-Therapie bei Patienten mit Verdacht auf Sepsis
- Überwachen der Zeit vom Beginn der Sepsis bis zur definitiven Herdsanierung bei Patient*innen, die einen Eingriff benötigen, sowie Überprüfung der zeitnahen Verlegung, wenn eine Herdsanierung vor Ort nicht möglich ist
Begleittherapie
- Implementierung von Protokollen und klinischen Entscheidungshilfen, um den rechtzeitigen Einsatz von Kortikosteroiden bei geeignet ausgewählten Patient*innen mit schwerer ambulant erworbener Pneumonie zu fördern
- Implementierung von Protokolle und klinischen Entscheidungshilfen, um die Anwendung von Kortikosteroiden bei Patient*innen mit refraktärem septischem Schock zu fördern
Programminfrastruktur und organisatorische Unterstützung
- Etablierung einer multidisziplinären Sepsis-Governance-Struktur, die Expertise in den Bereichen Infektionskrankheiten, Antibiotika-Management und klinische Mikrobiologie umfasst und Infektionspräventionsteams durch strukturierte Zusammenarbeit einbindet
- Teilnahme an Programmen zur rationalen Antibiotikaverordnung integriert in die routinemäßigen Visiten auf der Intensivstation, um die Antibiotikatherapie bei kritisch kranken Patient*innen in Echtzeit zu optimieren
- Unterstützung der Anwendung pharmakokinetischer/pharmakodynamischer Prinzipien bei der antimikrobiellen Dosierung für schwerkranke Patient*innen, inkl. des Zugangs zu Apotheken mit Schwerpunkt Infektionskrankheiten und Intensivmedizin, Schulungen für Ärzt*innen und Pflegekräfte sowie ggf. Laborkapazitäten für das therapeutische Drug-Monitoring
Infektionsprävention
- Gewährleistung einer hohen Einhaltung des SHEA/IDSA-Kompendiums zur Prävention von Krankenhausinfektionen
- Durchführung einer allgemeinen Chlorhexidin-Gluconat-Behandlung in Kombination mit einer allgemeinen oder gezielten MRSA-Nasendekolonisierung bei allen Intensivpatienten sowie bei Nicht-Intensivpatient*innen mit invasiven Implantaten
- Einführung von strukturierten Programme, um das tägliche Zähneputzen aller stationären Patient*innen sicherzustellen
neue und vielversprechende Strategien (CAVE: nicht für die routinemäßige Anwendung empfohlen)
- automatisierte Sepsis-Vorhersageinstrumente
- Sepsisdiagnostik basierend auf der Immunantwort des Wirts
- kulturunabhängige Schnelldiagnostik für Blutstrominfektionen
- Multiplex-Nukleinsäureamplifikationstestpanels für Proben der unteren Atemwege
- Procalcitonin-gesteuerte Antibiotikadauer


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