veröffentlichende Fachgesellschaft: French Society of Emergency Medicine (SFMU)
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 14.06.2026
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://www.sfmu.org/fr/vie-professionnelle/outils-professionnels/consensus//recommandations-sur-l-echographie-clinique-en-medecine-d-urgence-ecmu-mise-a-jour-2026-/con_id/584
kontextbezogene Situationen
Bauchschmerzen
- Durchführung einer kontextbezogenen klinischen Ultraschalluntersuchung mit Integration in die klinisch-biologischen Daten (CAVE: Fehlen positiver Befunde erlaubt es nicht die aufgeführten Diagnosen mit Sicherheit auszuschließen)
- keine routinemäßige klinische Ultraschalluntersuchung bei Patient*innen, die wegen Bauchschmerzen in einer Notfallaufnahme aufgenommen werden
- Durchführunger einer klinischen Ultraschalluntersuchung bei Patient*innen, die mit V.a. ein akutes Aortasyndrom aufgenommen werden, um die Diagnose zu verbessern und die Behandlungsverzögerungen zu verkürzen
- Durchführunger einer klinischen Ultraschalluntersuchung bei Patient*innen, die mit V.a. einer Leberkolik aufgenommen werden, um die Diagnose zu verbessern und die Behandlungsverzögerungen zu verkürzen
- Durchführunger einer klinischen Ultraschalluntersuchung bei Patient*innen, die mit V.a. eine Cholezystitis aufgenommen werden, um die Diagnose zu verbessern und die Behandlungsverzögerungen zu verkürzen
- Durchführunger einer klinischen Ultraschalluntersuchung zur Feststellung einer Hydronephrose bei Patient*innen, die mit V.a. einer Nierenkolik aufgenommen werden, um die Diagnose zu verbessern und die Behandlungsverzögerungen zu verkürzen
- Durchführunger einer klinischen Ultraschalluntersuchung bei Patient*innen, die mit V.a. ein obstruktives Syndrom aufgenommen werden, um die Diagnose zu verbessern und die Wartezeite bis zur Computertomographie zu verkürzen
- Durchführunger einer klinischen Ultraschalluntersuchung bei Patient*innen, die mit V.a. einen akuten Harnverhalt aufgenommen werden, um die Diagnose zu verbessern und Blasenvolumen zu beurteilen
- Durchführunger einer klinischen Ultraschalluntersuchung bei Patient*innen, die mit V.a. einer Eileiterschwangerschaft aufgenommen werden, um eine intrauterine Schwangerschaft (und damit eine Eileiterschwangerschaft auszuschließen) oder eine Flüssigkeitsansammlung festzustellen und so die Diagnosestellung und die Wartezeiten bis zur Behandlung zu verbessern
Atemnot
- Durchführung einer klinischen Echokardiographie bei Patient*innen mit Atemnot, um die Diagnosestellung und die initiale therapeutische Versorgung zu verbessern
- Durchführung einer klinischen Ultraschalluntersuchung bei Patient*innen, die mit V.a. eine akute Herzinsuffizienz aufgenommen werden, um die Diagnose zu verbessern und die Behandlungsverzögerungen zu verkürzen
- Durchführung einer klinischen Ultraschalluntersuchung bei Patient*innen, die mit V.a. eine infektiöse Lungenentzündung aufgenommen werden, um die Diagnose zu verbessern und die Behandlungsverzögerungen zu verkürzen
- Durchführung einer klinischen Lungenultraschalluntersuchung bei Patient*innen (v.a. Patient*innen > 65 Jahre), die mit V.a. eine Exazerbation einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung aufgenommen werden, um eine kardiale Ursache der Dyspnoe nicht zu übersehen
- Durchführung einer Lungenultraschalluntersuchung bei Patient*innen, die mit V.a. einen Pneumothorax aufgenommen werden, um die Diagnose eines nicht-traumatischen Pneumothorax auszuschließen (CAVE: zur Bestätigung und zur quantitativen Beurteilung ist jedoch eine Thorax-Röntgen erforderlich, außer beim asphyktischen Pneumothorax)
- Durchführung einer klinischen Ultraschalluntersuchung bei Patient*innen, die mit V.a. eine Lungenembolie ohne Schockzustand aufgenommen werden, zur diagnostischen Zwecken im Rahmen der Suche nach einem intrakavitären Thrombus oder nach Ultraschallzeichen, die auf eine tiefe Venenthrombose hindeuten
- Durchführung eines prognostischen Herzultraschalluntersuchung bei hämodynamisch stabilen Patient*innen mit Lungenembolie zur Feststellung einer rechtsventrikulären Dysfunktion
Brustschmerzen
- keine routinemäßige klinische Ultraschalluntersuchung bei Brustschmerzen ohne klinischen Verdacht auf eine bestimmte Diagnose
- Durchführung einer klinischen Ultraschalluntersuchung bei Patient*innen mit Brustschmerzen und dem V.a. ACS, wenn gleichzeitig ein Schockzustand oder eine akute Atemnot vorliegt
- Durchführung einer klinischen Ultraschalluntersuchung zur Feststellung einer linksventrikulären Dysfunktion und einer Anomalie der segmentalen Kinetik bei Patient*innen mit V.a. ACS, um die diagnostische Aussagekraft zu verbessern oder Argumente für Differentialdiagnosen zu liefern
- Durchführung einer klinischen Ultraschalluntersuchung zur Suche nach einem Intimalflap bei Patient*innen mit V.a. eine Aortendissektion, um die Diagnosestellung zu verbessern und die Behandlungsverzögerungen zu verkürzen (CAVE: Fehlen dieses Befundes schließt jedoch eine Aortendissektion nicht eindeutig aus)
- Durchführung einer klinischen Ultraschalluntersuchung bei V.a. eine Perikarditis, um einen Perikarderguss zu diagnostizieren und mögliche Komplikationen zu beurteilen (CAVE: Fehlen eines Perikardergusses schließt eine Perikarditis jedoch nicht aus)
- Durchführung einer klinischen Ultraschalluntersuchung bei Patient*innen, die mit V.a. eine Lungenembolie ohne Schockzustand aufgenommen werden, zur diagnostischen Zwecken im Rahmen der Suche nach einem intrakavitären Thrombus oder nach Ultraschallzeichen, die auf eine tiefe Venenthrombose hindeuten
- Durchführung einer prognostischen Herzultraschalluntersuchung zur Feststellung einer rechtsventrikulären Dysfunktion bei Patienten mit Lungenembolie, die hämodynamisch stabil
Schockzustand
- Durchführung einer klinischen Ultraschalluntersuchung bei Patient*innen, die wegen eines Schockzustands aufgenommen werden, um die Bestimmung der Ätiologie zu verbessern
- Durchführung einer klinischen Ultraschalluntersuchung bei Patient*innen, die wegen eines Schockzustands aufgenommen werden, um die therapeutische Versorgung und die Prognose zu verbessern
- Durchführung einer klinischen Ultraschalluntersuchung bei Patient*innen, die wegen eines Schockzustands aufgenommen werden, um die Behandlungszeiten zu verkürzen und die Überwachung zu verbessern
- Durchführung einer gezielten und kontextbezogenen klinischen Ultraschalluntersuchung bei Patient*innen, die wegen eines Schockzustands ambulant versorgt werden, um die Behandlung und die Weiterverlegung/Überweisung zu verbessern
V.a. schwere Traumata
- FAST-Ultraschalluntersuchung bei schwerem Trauma, um die Diagnosestellung, die Versorgung und die Behandlungszeiten zu verbessern
- Durchführung einer klinischen Ultraschalluntersuchung zur Feststellung eines erhöhten Hirndrucks und zur Identifizierung von Patient*innen mit dem Risiko eines ungünstigen neurologischen Verlaufs bei schwerem Trauma und V.a. einen erhöhten Hirndruck
neue Ultraschallverfahren
Augenultraschalluntersuchung
- Durchführung einer Augenultraschalluntersuchung durch geschultes Personal bei Patient*innen mit traumatisch bedingter Sehstörung, bei denen eine augenärztliche Untersuchung nicht möglich oder nicht aussagekräftig ist, um in Zentren, in denen eine augenärztliche Versorgung nicht schnell genug verfügbar ist, eine rasche Verlegung in eine Klinik mit augenärztlicher Versorgung zu ermöglichen
- keine Empfehlung bzgl. der Durchführung einer Augenultraschalluntersuchung bei Patient*innen mit einer traumatisch bedingten Sehstörung mit V.a. eine Bulbusruptur
Hodentorsion
- klinische Hodenultraschalluntersuchung darf unter keinen Umständen die chirurgische Behandlung bei Patient*innen mit starkem V.a. eine Hodentorsion verzögern
- Hodenultraschalluntersuchung erwägen bei Patient*innen mit V.a. Hodentorsion, aber ohne starken klinischen Verdacht, um einen fehlende Doppler-Flusses festzustellen und so die Zeit bis zur chirurgischen Behandlung zu verkürzen
- unauffälliger Ultraschallbefund schließt eine Hodentorsion nicht aus
Kinder
Kind mit Atemnot
- Durchführung einer Lungenultraschalluntersuchung bei Kindern mit Dyspnoe unbekannter Ursache (scheint v.a. bei der Diagnose Pneumonie besonders aussagekräftig zu sein)
TEE bei Kindern im Schock
- aufgrund fehlender Literatur keine Empfehlungen zur Beurteilung des Blutvolumens mittels Ultraschall bei Kindern, die sich ohne erkennbare Ursache in einem Schockzustand befinden
Traumas des distalen Unterarms ohne Deformität oder Fehlstellung
- initiale Ultraschalluntersuchung und Beschränkung der Röntgenuntersuchung auf positive oder zweifelhafte Fälle bei Kindern mit einem Trauma des distalen Unterarms ohne Deformität oder Fehlstellung


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