veröffentlichende Fachgesellschaft: Collège national des gynécologues et obstétriciens français (CNGOF) & Société de Chirurgie Gynécologique et Pelvienne (SCGP)
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 24.02.2026
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://doi.org/10.1016/j.gofs.2025.10.023
Grundsätzliches
- Definition „Eileiterschwangerschaft“: Vorliegen einer Schwangerschaft oder eines Schwangerschaftstests im extrauterinen Teil des Eileiters (Isthmus, Ampulla oder Fimbrien)
Unterscheidung anhand des Aktivitätspotenzial (und damit dem Risiko möglicher Komplikationen)
- nicht aktive Eileiterschwangerschaft
- Beta-hCG-Wert < 1000 I.E.
- Progesteronwert < 2 nmol/mL
- Vorhandensein einer lateralen Uterusmasse < 35 mm ohne Herzaktivität
- Fehlen eines intraabdominalen Ergusses
- weniger aktive Eileiterschwangerschaft
- Beta-hCG-Wert zw. 1500 und 5000 I.E.
- Progesteronspiegel zw. 2 nmol/mL und 10 nmol/mL
- Vorhandensein einer lateralen Uterusmasse < 35 mm ohne Herzaktivität
- Fehlen eines intraabdominalen Ergusses
- aktive Eileiterschwangerschaft
- Beta-hCG-Wert > 5000 I.E.
- Progesteronwert > 10 nmol/mL
- Vorhandensein einer lateralen Uterusmasse ≥ 35 mm und/oder eine Herzaktivität
- Vorliegen eines intraabdominalen Ergusses
Unterscheidung hinsichtlich der Symptomatik
- asymptomatische Eileiterschwangerschaft
- hämodynamisch stabil (normaler RR und/oder Puls)
- Ausbleiben von Unterleibsschmerzen bei der klinischen Untersuchung (Abtasten des Bauches oder vaginale Untersuchung)
- symptomatische Eileiterschwangerschaft
- spontane oder bei der klinischen Untersuchung (abdominale Palpation oder vaginale Untersuchung) hervorgerufene Schmerzen im Unterleib und Beckenbereich
- hämodynamisch instabil
Notfallbehandlung einer Eileiterschwangerschaft
- abwartende Therapie ggü. Methotrexat-Behandlung (MTX)
- abwartende Haltung bei symptomatischer Eileiterschwangerschaft nicht empfohlen
- keine Empfehlung für und gegen abwartende Therapie oder MTX-Therapie bei weniger aktiver Eileiterschwangerschaft
- abwartende Haltung bei nicht aktiver und asymptomatischer Eileiterschwangerschaft
- klinische und labormedizinische Kontrolluntersuchung nach 48 h bei abwartender Therapie
- bei abwartender Therapiehaltung wird bei Beta-hCG-Rückgang von ≥ 15 % nach 48 h empfohlen, den Rückgang einmal wöchentlich zu überwachen, bis dieser negativ ist, sofern keine Anzeichen einer symptomatischen Eileiterschwangerschaft vorliegen
- bei abwartender Therapiehaltung und stagnierenden Beta-hCG-Werten (Schwankung zw. −15 % und + 15 %) ist eine Empfehlung bzgl. der Fortsetzung einer abwartenden Therapie im Vergleich zur MTX-Therapie aufgrund fehlender Daten
- bei Fortsetzung einer abwartenden Therapie nach 48 h erneute Beta-hCG-Bestimmung
- Progesteronspiegel kann zur Bestätigung oder Ablehnung der abwartenden Haltung beitragen
- abwartende Therapiehaltung beenden bei Anstieg des Beta-hCG-Wertes um ≥ 15 % nach 48 h
- wird abwartende Haltung, so ist diese bei einem Progesteronspiegel > 10 nmol/L nicht empfohlen
- keine abwartende Haltung bei symptomatischer Eileiterschwangerschaft
- abwartende Therapie ggü. chirurgischer Intervention
- bei nicht aktiver und asymptomatischer Eileiterschwangerschaft abwartende Haltung als Alternative zur chirurgischen Intevention einzunehmen
- klinische und labormedizinische Kontrolluntersuchung nach 48 h bei abwartender Therapie


Sei der Erste der einen Kommentar abgibt