Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hat am 29.07.2026 das Positionspapier „Prävention psychischer Störungen“ veröffentlicht. Die Kurzfassung des Positionspapieres gibt es nachfolgend.
politische Kernforderungen der DGPPN
- Förderung psychischer Gesundheit und Prävention psychischer Störungen mit klaren Zielgrößen, Zuständigkeiten und Rechenschaftspflichten als integrale Bestandteile einer nationalen Präventionsstrategie etablieren
- Prävention psychischer Störungen gesetzlich stärken und finanziell nachhaltig verankern – ein neues Präventionsgesetz muss diese Aspekte aufgreifen
- psychische Gesundheit im Sinne eines „Mental Health in All Policies“-Ansatzes verbindlich und konkret in allen relevanten Politikfeldern durch die Entwicklung und Implementierung einer ressortübergreifenden Whole-of-Government-Strategie berücksichtigen
- Gesundheitsförderung, Früherkennung und Frühintervention bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen konsequent ausbauen
- familienorientierte Prävention stärken, Kinder von psychisch und suchterkrankten Eltern systematisch unterstützen und rechtskreisübergreifende Grundlagen schaffen
- Brain Health und Demenzprävention als Bestandteil einer lebensspannenorientierten Präventionsstrategie fördern
- nationale Suizidpräventionsstrategie flächendeckend, nachhaltig und dauerhaft finanziert umsetzen, gesetzlich verankern und als Teil der nationalen Präventionsstrategie zur Förderung psychischer Gesundheit verstehen
- Monitoring, Implementierung sowie Präventions-, Evaluations- und Implementierungsforschung strategisch ausbauen
Warum die Prävention psychischer Störungen jetzt Priorität haben muss
- psychische Störungen zählen in Deutschland zu den häufigsten Gesundheitsproblemen
- 12‑Monats‑Prävalenz psychischer Störungen: 27,8 % der Erwachsenen (Depression: 8,2 %)
- Lebenszeitrisiko bis 75 Jahre: ~ 50 % erkranken mindestens einmal
- RKI: 1/4 der Erwachsenen mit depressiven/Angstsymptomen (8 % mittelgradig–schwer)
- besonders betroffen: junge Erwachsene, Frauen zw. 18 – 29 Jahren
- Kinder & Jugendliche
- hohe Prävalenz psychosomatischer Beschwerden, negative Entwicklung über die Zeit
- besonders betroffen: Mädchen, ältere Jugendliche, sozial benachteiligte Gruppen
- Europa: ~ 20 % der Kinder/Jugendlichen mit psychischer Störung
- Kinder psychisch erkrankter Eltern: 1,5 – 3‑fach erhöhtes Risiko
- Schutzfaktoren: stabile Bezugspersonen, soziale Unterstützung, frühe Hilfen
- hohe Krankheitslast, lange unterrepräsentiert in Prävention
- gesellschaftliche & ökonomische Folgen
- psychische Störungen gehören zu den häufigsten Ursachen krankheitsbedingter Einschränkungen
- erhöhen Risiko und verschlechtern Verlauf körperlicher Erkrankungen
- direkte Kosten (2015): 44,4 Mrd. € (13,1 % der Gesamtkosten)
- indirekte Kosten (2019): 117,2 Mio. AU‑Tage, 14,4 Mrd. € Produktionsausfall
- gesamtwirtschaftliche Belastung: bis zu 4,8 % des BIP
- Präventionspotenzial
- mind. 20,8 % der Krankheitslast durch Prävention vermeidbar (Untergrenze)
- Demenz: theoretisch bis zu 45 % durch modifizierbare Faktoren beeinflussbar
- realistische Modellierung: 15 % Risikofaktorreduktion → 138.000 – 170.000 vermeidbare Fälle
- Prävention ist zentraler Hebel zur Reduktion zukünftiger Krankheitslas
- steigende Bedeutung psychischer Gesundheit
- Individualisierung → Einsamkeit, soziale Isolation
- demografischer Wandel → mehr demenziell und depressiv Erkrankte im Alter
- Digitalisierung → tiefgreifende Veränderungen der Arbeitswelt & Kommunikation
- globale Krisen (Klima, Konflikte, Polarisierung) → zusätzliche psychische Belastung
- Prävention muss als langfristige Zukunftsaufgabe verstanden werden
- Versorgungslage
- Gesundheitssystem stark behandlungsorientiert, Prävention unterentwickelt
- große Präventions- und Versorgungslücke im Bereich psychischer Gesundheit
- politische Aufmerksamkeit steigt (Präventionsgesetz, GMK‑Beschlüsse, Suizidprävention, Einsamkeitsstrategien)
- Wissenschaftsrat: keine nationale Präventionsstrategie, fehlende ökonomische Anreize
- notwendig ist Prävention als verbindliche Kernaufgabe statt Projektarbeit
- gesellschaftliche Bedeutung
- psychische Gesundheit = Voraussetzung für Teilhabe, Zusammenhalt, Vertrauen in Institutionen
- Prävention = Investition in Humankapital (Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Bildungschancen)
- ökonomisch hoch relevant: geschätzter Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,7 %/Jahr
- Förderung psychischer Gesundheit gehört zu den effizientesten gesamtgesellschaftlichen Maßnahmen
Ist die Prävention psychischer Störungen möglich?
Modelle psychischer Gesundheit – Ansatzpunkte für Prävention
- Vulnerabilitäts‑Stress‑Modell als Grundprinzip
- psychische Erkrankungen entstehen durch Zusammenspiel von Vulnerabilität + Stressoren + Schutzfaktoren
- Vulnerabilität: z. B. genetische Prädisposition für psychotische Störungen
- Stressoren: wiederholte psychosoziale Belastungen, regelmäßiger Cannabiskonsum im Jugendalter
- Schutzfaktoren: stabiles soziales Umfeld, soziale Unterstützung, adaptive Bewältigungsstrategien
- gleiche Ausgangslage → unterschiedliche Verläufe je nach Belastung und Ressourcen
- biopsychosoziales Verständnis als Erweiterung des Modells
- psychische Störungen entstehen durch biologische, psychologische und soziale Faktoren
- Prävention muss Ressourcen stärken (Kompetenzen, Bewältigung) und Belastungen reduzieren (Stress, ungünstige Umwelt)
- Ziel: gesundheitsförderliche Lebensbedingungen schaffen
- sozialökologische Modelle als Mehr-Ebenen-Perspektive
- psychische Gesundheit entsteht im Geflecht mehrerer Ebenen:
- Individuum (Kompetenzen, Vulnerabilität)
- Soziale Beziehungen (Familie, Peers)
- Gesellschaftliche Bedingungen (Arbeit, Wohnen, Umwelt, soziale Sicherung)
- Zugang zu Bildung, Teilhabe, Arbeitsbedingungen, Wohnumfeld, Gesundheitsangeboten beeinflusst die psychische Gesundheit maßgeblich
- psychische Gesundheit entsteht im Geflecht mehrerer Ebenen:
- MHiAP‑Ansatz sieht Politik als Gesundheitsfaktor
- Prävention psychischer Störungen ist keine reine Aufgabe des Gesundheitssystems
- ressortübergreifenden Ansatz („Mental Health in All Policies“) erforderlich
- relevante Politikfelder: Bildung, Familie, Soziales, Arbeitsmarkt, Umwelt, Wirtschaft
- politische Entscheidungen müssen systematisch auf ihre psychischen Gesundheitsfolgen geprüft werden
- Lebensspannenperspektive (Wirkung über alle Lebensphasen)
- Risiken und Schutzfaktoren wirken je nach Lebensphase unterschiedlich stark
- frühe Interventionen: besonders hoher Return on Investment
- Prävention im Erwachsenenalter und höheren Lebensalter bleibt aber wirksam und kosteneffektiv
- über die gesamte Lebensspanne bestehen Ansatzpunkte zur Förderung psychischer Gesundheit
Wissen zu Risiko- und Schutzfaktoren – Grundlage präventiver Strategien
- modifizierbare Risiko‑ und Schutzfaktoren
- Risikofaktoren erhöhen Erkrankungswahrscheinlichkeit: anhaltender Stress, Einsamkeit, problematischer Substanzkonsum
- Schutz-/Resilienzfaktoren stabilisieren: verlässliche Beziehungen, gute Bewältigungsstrategien, Selbstwirksamkeit
- viele Faktoren sind zwei Seiten einer Medaille: soziale Einbindung schützt, Isolation gefährdet
- Mehrebenenperspektive
- individuelle Ebene: Verhalten, Stressbewältigung, persönliche Kompetenzen
- soziales Umfeld: Vernachlässigung, Missbrauch, Partnerschaftsgewalt
- Kinder psychisch kranker Eltern: 15 – 23 % betroffen → 3 – 4 Mio. Kinder/Jugendliche in Deutschland mit erhöhtem Risiko
- institutionelle Ebene: Schulklima, Arbeitsbedingungen
- gesellschaftliche Ebene: Armut, Arbeitslosigkeit, Flüchtlingsstatus, soziale Ungleichheit
- Umweltfaktoren: Luftverschmutzung, Zugang zu Grünflächen
- Prävention muss Lebensbedingungen ebenso adressieren wie individuelles Verhalten
- Lebensspannenperspektive
- frühe Erfahrungen (vorgeburtlich, Kindheit) prägen langfristig → Prävention beginnt vor der Geburt
- Adoleszenz: Peers, riskante Verhaltensweisen, Einsamkeit (U‑förmiger Verlauf über Lebensspanne)
- Erwachsenenalter: Arbeit, Familie, soziale Teilhabe als zentrale Einflussfaktoren
- höheres Alter: soziale Isolation, Einsamkeit, körperliche Einschränkungen gewinnen an Bedeutung
- spezifische vs. transdiagnostische Faktoren
- spezifische Faktoren: z. B. Cannabiskonsum → erhöhtes Risiko für psychotische Störungen
- breit wirkende Faktoren: chronischer Stress, traumatische Erfahrungen, soziale Isolation → Risiko für viele Störungen gleichzeitig
- Einordnung folgt Public‑Mental‑Health‑Konzepten: sozialökologische Modelle, Lebensspannenperspektive, transdiagnostische Mechanismen
- Forschungsbedarf
- trotz großer Wissensbasis ist Forschung nicht abgeschlossen
- neue Herausforderungen:
- Einfluss von sozialen Medien auf psychische Entwicklung im Jugendalter
- Rolle von KI‑Begleitern für Einsamkeit und psychische Gesundheit
- Digitalisierung der Arbeitswelt und ihre psychischen Auswirkungen
vom Risiko- und Schutzfaktor zum Präventionsprogramm
- Präventionsarten nach Caplan
- Primärprävention: verhindert das erstmalige Auftreten psychischer Störungen
- Sekundärprävention: Früherkennung + frühe Intervention bei ersten Anzeichen
- Tertiärprävention: Vermeidung von Folgeschäden und Chronifizierung
- Prävention vs. Gesundheitsförderung:
- Prävention → Risikofaktoren reduzieren
- Gesundheitsförderung → Ressourcen stärken + gesundheitsförderliche Umwelten
- risikoorientierte Prävention nach Gordon
- universelle Prävention: richtet sich an alle (z. B. schulbasierte Programme, Brain‑Health‑Kampagnen)
- selektive Prävention: richtet sich an Risikogruppen ohne Symptome (z.B. Kinder psychisch erkrankter Eltern, Menschen mit erhöhtem Demenzrisiko)
- indizierte Prävention: richtet sich an Risikogruppen mit ersten Symptomen (z. B. Prodromalstadien psychotischer Störungen)
- moderne Public‑Mental‑Health‑Strategien benötigen Kombination beider Logiken
- Verhaltens‑ vs. Verhältnisprävention
- Verhaltensprävention: zielt auf individuelle Verhaltensänderungen (z. B. Stressreduktion, Elterntrainings)
- Verhältnisprävention: zielt auf strukturelle Bedingungen (z. B. gesetzliche Vorgaben zur psychischen Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz)
- beide müssen Hand in Hand gehen, um wirksam zu sein
- Übersetzung von Evidenz in Interventionen
- Prävention basiert auf systematischer Ableitung aus Risiko‑ und Schutzfaktoren
- identifizierte Faktoren werden in konkrete Interventionen übersetzt (z. B. Programme, gesetzliche Maßnahmen, Umgestaltungen von Lebenswelten)
- heute existiert eine breite Palette evidenzbasierter Präventionsprogramme
Gibt es wirksame Maßnahmen zur Prävention psychischer Erkrankungen und zur Förderung psychischer Gesundheit?
- universelle Prävention (kleine Effekte, große Reichweite)
- Meta-Analysen: Prävention psychischer Störungen ist grundsätzlich möglich
- universelle Programme richten sich an gesamte Bevölkerung
- Beispiele: schulbasierte Programme zur Förderung sozial‑emotionaler Kompetenzen
- Effekte: eher klein, aber durch große Reichweite relevant auf Bevölkerungsebene
- Verhältnisprävention: Alkoholregulation (Mindestalter, Preise, Verkaufsbeschränkungen) →
- reduziert Alkoholkonsum & alkoholbedingte Schäden
- verzögert Erstkonsum
- senkt langfristig Risiko alkoholbezogener Störungen
- selektive Prävention (stärkere Effekte bei Risikogruppen)
- Zielgruppen: erhöhtes Risiko, aber symptomfrei
- Evidenzstark: Interventionen für Kinder psychisch erkrankter Eltern → signifikante Risikoreduktion
- Parenting‑Programme in den ersten 3 Lebensjahren → bessere kognitive, sprachliche, motorische Entwicklung; verbessertes Erziehungsverhalten
- Langzeitstudien: Frühförderung bei Risikokindern →
- nachhaltige Effekte auf Lebensverläufe
- bessere psychosoziale Anpassung
- weniger Verhaltensprobleme im späteren Leben
- indizierte Prävention hat stärkste Wirksamkeit
- Zielgruppe: erste subklinische Symptome
- besonders wirksam sind kognitiv‑verhaltenstherapeutische Interventionen, auch digital
- bei klinischem Psychoserisiko: evidenzbasierte Interventionen →
- verbessern Symptome & Funktionsniveau
- reduzieren Risiko des Übergangs in manifeste Psychose
- Deutschland: Aufbau spezialisierter Früherkennungszentren + Netzwerke
- CARE‑Netzwerk: verbindet Früherkennung, KJP, Erwachsenenpsychiatrie → strukturierte, personalisierte Versorgung
- Frühintervention / Sekundärprävention (Prävention & Behandlung als Kontinuum)
- Frühintervention in frühen Krankheitsphasen → bessere klinische & funktionelle Verläufe
- Ziel: Folgeschäden, Chronifizierung, soziale Beeinträchtigungen früh verhindern
- Evidenz: Früh erkannte & behandelte Störungen → geringere Chronifizierungsraten
- Kritisch: Transition 16 – 25 Jahre (KJP → Erwachsenenpsychiatrie) → häufige Versorgungsabbrüche
- notwendig sind transitionsspezifische Angebote, verbindliche Vernetzung, niederschwellige Beratung
- Gesamtbild
- universelle Maßnahmen → breite Reichweite, langfristige Bevölkerungseffekte
- selektive Maßnahmen → stärkere Effekte bei klar definierten Risikogruppen
- indizierte Maßnahmen → stärkste unmittelbare Wirksamkeit auf individueller Ebene
Warum Deutschland sein Präventionspotenzial bislang nicht ausschöpft
- Wissen-Handeln-Lücke
- solide Evidenzbasis zur Prävention vorhanden
- Umsetzung bleibt fragmentiert, projektförmig, nicht strategisch gesteuert
- Prävention hat begrenzte Reichweite, keine systematische Verankerung
- fehlende Gesamtstrategie & Governance‑Defizite
- keine kohärente, langfristige nationale Strategie
- Initiativen sind unzureichend abgestimmt, geringe strukturelle Wirkung
- Dominanz der Verhaltensprävention, strukturelle Faktoren (Ungleichheit, Arbeits-/Bildungsbedingungen) unteradressiert
- Zuständigkeiten über verschiedene Sozialgesetzbücher verteilt → fehlende übergeordnete Steuerung
- MHiAP (Mental Health in All Policies) nicht institutionell verankert
- WHO: psychische Gesundheit = strategische Zukunftsaufgabe Europas
- fehlende Verstetigung & Skalierung
- wirksame Maßnahmen bleiben oft Modellprojekte
- keine systematische Überführung in Regelversorgung
- fehlende Finanzierungsmechanismen, Implementierungsstrategien, Implementierungsforschung
- Suizidprävention hat große Umsetzungsdefizite
- gute Evidenz für viele Maßnahmen (Zugangsbeschränkungen, Gatekeeper‑Trainings, Krisendienste, Nachsorge, Medienleitlinien), aber keine flächendeckende, nachhaltig finanzierte Struktur
- politische Schritte eingeleitet (Bundestagsbeschluss, Nationale Strategie, Gesetzesentwurf)
- Finanzierung, gesetzliche Verankerung, Umsetzung stehen aus
- Monitoring‑Lücken
- kein umfassendes Public‑Mental‑Health‑Monitoring
- psychische Gesundheit im NCD‑Monitoring unzureichend abgebildet
- zentrale Indikatoren (Störungen, Risikofaktoren, Hilfenutzung) werden nicht kontinuierlich erfasst
- frühere Surveys (BGS, DEGS‑MentalHealth) → wertvoll, aber nicht fortgeführt
- Ausbau einer Mental‑Health‑Surveillance am RKI dringend notwendig
- dynamische Forschungsfelder
- Prävention, Früherkennung, Gesundheitsförderung entwickeln sich weiter
- positives Beispiel: Mental Health First Aid (MHFA) → gute Effekte auf Wissen, Einstellungen, Handlungsbereitschaft
- Forschungsbedarf: Wirkung auf Betroffene selbst
- neue Risiko- & Schutzfaktoren
- KI‑Begleiter, Klimawandel, digitale Lebenswelten → neue Einflussfaktoren
- Bedarf: validere Früherkennungsinstrumente, innovative Interventionen, stärkere Implementationsforschung
- digitale Prävention: wachsende Evidenz, aber keine systematischen Implementierungsstrategien, keine nachhaltigen Finanzierungsmodelle, digitale Lebenswelten kaum berücksichtigt
- strukturelle Hauptdefizite
- nangelnde Koordination, fehlende Priorisierung, keine Verstetigung
- Monitoring‑ und Implementierungsdefizite
- Präventionsangebote oft nicht niedrigschwellig genug
- Schutzbedürfnisse von Kindern & Jugendlichen unzureichend berücksichtigt
- Verhältnisprävention, lebensphasen- & settingspezifische Strategien unterentwickelt
- fehlende komplexe, sektorenübergreifende Leistungen → Brüche zwischen Gesundheitswesen, Jugendhilfe, Eingliederungshilfe etc.
- Was gebraucht wird
- nationale Gesamtstrategie
- Institutionelle Verankerung von MHiAP
- leistungsfähiges, kontinuierliches Monitoring
- nachhaltige, unbürokratische Finanzierungs‑, Implementierungs‑ und Evaluationsstrukturen
- gemeinschaftsfinanzierte Komplexleistungen → Hilfen „wie aus einer Hand“
Die Rolle der DGPPN
- zentrale Funktion in der Bündelung und Weiterentwicklung wissenschaftlicher Evidenz
- aktuellen Stand der Forschung synthetisieren, Forschungslücken identifizieren und evidenzbasierte Empfehlungen formulieren
- v.a. im Bereich Public Mental Health kann die DGPPN mit ihren Fachreferaten Public Mental Health und Prävention Impulse setzen und die Bedeutung präventiver Ansätze zur Stärkung der psychischen Gesundheit in den wissenschaftlichen Diskurs einbringen
- wichtige Rolle in der Leitlinienentwicklung
- systematische Einbettung der Prävention in die klinische Praxis durch Integration präventiver Ansätze in evidenzbasierte Leitlinien
- Leitlinien sind ein zentraler Hebel, um Prävention von einem optionalen Zusatz zu einem festen Bestandteil evidenzbasierter Versorgung zu machen
- zentraler Akteur in der Politikberatung
- Einbringen evidenzbasierter Positionen in gesundheitspolitische Prozesse
- Beitrag zur Entwicklung einer nationalen Präventionsstrategie
- Beitrag zur Fort- und Weiterbildung
- stärkere Integration der Prävention in die Aus- und Weiterbildung von Ärzt*innen sowie anderen Gesundheitsberufen
- DGPPN wird im Rahmen ihrer Kongressangebote zur Fortbildung und ihrer Akademie Fortbildungsangebote bereitstellen, um präventive Kompetenzen systematisch zu stärken
- wichtige Vernetzungsfunktion
- Prävention psychischer Gesundheit erfordert die Zusammenarbeit verschiedener Sektoren und Akteur*innen
- DGPPN kann als Plattform dienen, um Wissenschaft, Versorgung, Politik und Gesellschaft zusammenzubringen und gemeinsame Strategien, wie z. B. MHiAP, zu entwickeln
- aktives Einbringen der Perspektive der Prävention psychischer Störungen in europäische und internationale Netzwerke
- über Beteiligung an der vom WHO-Regionalbüro für Europa initiierten Public Health Innovation Platform Mitwirkung daran, innovative Ansätze, digitale Lösungen und sektorenübergreifende Strategien für die öffentliche Gesundheit weiterzuentwickeln
- Verankerung der Förderung psychischer Gesundheit und Prävention psychischer Störungen als zentrale Handlungsfelder der europäischen Public-Health-Agenda
- Plattform eröffnet die Möglichkeit, internationale Erfahrungen und erfolgreiche Modelle für Prävention, Implementierung und Versorgung nach Deutschland zu transferieren und den nationalen Diskurs mitzugestalten


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