veröffentlichende Fachgesellschaft: Taiwan Headache Society (THS)
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 15.09.2026
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://doi.org/10.1097/JCMA.0000000000001427
medikamentöse Therapie
Triptane
- 50 – 100 mg Sumatriptan oral bei mäßiger bis schwerer, zu Funktionsbeeinträchtigungen führender Migräne oder leichter bis mäßiger Migräne, die nicht auf Erstlinientherapie anspricht
- 20 mg Sumatriptan i.n. bei schwerer Übelkeit und Erbrechen oder wenn eine Verabreichung über andere als gastrointestinale Wege erforderlich ist (CAVE: bei Kindern ausschließlich Gabe von Sumatriptan als Nasenspray empfohlen)
- 5 -10 mg Rizatriptan oral (wirkt wie Sumatriptan, weist jedoch etwas bessere Wirksamkeit auf; CAVE: derzeit zugelassen für die Anwendung bei Kindern im Alter von 6 – 11 Jahren und Jugendlichen im Alter von 12 – 17 Jahren)
Ergotamin
- 1/100 mg Ergotamin/Koffein oral
- berücksichtigen, wenn Triptane unwirksam sind oder Nebenwirkungen verursachen
- vorrangig für Patient*innen, die häufig Akutmedikamente einnehmen
- kann nach individueller Risikobewertung für bestimmte Patient*innen mit kardio- oder zerebrovaskulären Erkrankungen bevorzugte Option sein
- 5 mg Dihydroergotamine oral
- erwägen, wenn Triptane unwirksam sind oder Nebenwirkungen verursachen
- vorrangig für Patient*innen, die häufig Akutmedikamente einnehmen
- kann nach individueller Risikobewertung für bestimmte Patient*innen mit kardio- oder zerebrovaskulären Erkrankungen bevorzugte Option sein
Gepante
- 75 mg Rimegepant oral
- erwägen, wenn Triptane unwirksam sind oder Nebenwirkungen verursachen
- vorrangig für Patient*innen, die häufig Akutmedikamente einnehmen
- kann nach individueller Risikobewertung für bestimmte Patient*innen mit kardio- oder zerebrovaskulären Erkrankungen bevorzugte Option sein
einfache Analgetika
- 1000 mg Paracetamol oral als Mittel der 1. Wahl für Schwangere und Kinder bei leichten bis mittelschweren Migräneanfällen
NSAR
- 200 – 400 mg Ibuprofen oral als First-Line-Therapie bei leichten oder weniger stark beeinträchtigenden Migräneanfällen sowie als First-Line-Therapie bei Kindern
- 500 – 750 mg Naproxen oral
- 50 – 100 mg Diclofenac oral (First-Line-Therapie bei Migräne mit leichter Beeinträchtigung)
- 900 – 1000 mg Aspirin oral (First-Line-Therapie bei Migräne mit leichter Beeinträchtigung)
- 30 – 60 mg Ketorolac i.m. ODER 30 mg Ketorolac i.v. zur Anwendung in Notfallsituationen
- COX-2-Hemmer (CAVE: kardiovaskuläre Nebenwirkungen berücksichtigen)
Opioide
- 37,5 mg Tramadol/ 325 mg Paracetamol oral (als letztes Mittel, wenn die o.g. Medikamente wirkungslos sind)
- 100 mg Tramadol i.v. –> keine klare Empfehlung für oder gegen Gabe
- von der Anwendung von 0,1 mg/kg Morphin i.v. wird abgeraten
antidopaminerge Medikamente
- 5 – 10 mg Prochlorperazin i.m. (Begleitmedikation mit antiemetischer Wirkung)
- 10 mg Metoclopramid i.m./i.v. (Begleitmedikation mit antiemetischer Wirkung)
- 2,5 – 8,25 mg Droperidol i.m. bei refraktärem Status migrainosus in Betracht ziehen (CAVE: erhebliche Nebenwirkungen, daher nicht als First-Line-Therapie eingesetzt)
andere Medikamente
- Steroide i.v. (z.B. 12 – 20 mg Dexamethason oder 100 – 250 mg Hydrocortison) in Kombination mit Dopaminantagonisten als Notfalltherapie bei therapieresistenten Migräneanfällen
- 1000 – 2000 mg Magnesium i.v. –> keine klare Empfehlung für oder gegen Gabe (ggf. nur bei bestimmten Patient*innen wirksam, z.B. bei niedrigem Serummagnesiumspiegel oder Aura)
- 300 – 1300 mg Valproat i.v. –> keine klare Empfehlung für oder gegen Anwendung in Notfallsituationen
- Lidocaine i.n./i.v. –> keine klare Empfehlung für oder gegen Anwendung in Notfallsituationen


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