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Leitlinie „Optimal Post Cardiac Arrest and Refractory Cardiac Arrest Patient Care“ der CCS & CPCA

veröffentlichende Fachgesellschaft: Canadian Cardiovascular Society (CCS) & Canadian Pediatric Cardiology Association (CPCA)
Klassifikation gemäß AWMF:
Datum der Veröffentlichung: 01.04.2026
Ablaufdatum:
Quelle/Quelllink: https://doi.org/10.1016/j.cjca.2025.12.035

Diagnostik

  • Durchführung einer kardialen Magnetresonanztomographie (CMR) bei Kindern mit Verdacht auf Myokarditis, sofern dies machbar ist und mit einem akzeptablen Risiko durchgeführt werden kann, um die Diagnose zu bestätigen, das Ausmaß der Myokardschädigung und des Ödems zu bestimmen, die Risikostratifizierung zu unterstützen und die Behandlung zu steuern
    • CAVE: bei schwer erkrankten Kindern, bei denen eine Vollnarkose oder eine längere Sedierung das Risiko einer akuten Verschlechterung des Zustands birgt, ist Vorsicht geboten
    • Risiken einer CMR-Untersuchung während einer Episode mit V.a. Myokarditis sorgfältig abwägenn –> Patient*innen mit sich rasch verschlechterndem klinischem Bild und Anzeichen einer drohenden hämodynamischen oder respiratorischen Instabilität vor der CMR-Untersuchung stabilisieren
    • CMR so bald wie möglich nach Auftreten der Symptome –> bei instabilen Patient*innen CMR verschieben
    • Bildgebung nach Kontrastmittelgabe zur Darstellung von LGE und T1-Mapping sollte ein fester Bestandteil des CMR-Protokolls sein
  • Verwendung von gewebebasierten natriuretischen Peptiden (BNP oder NT-proBNP) als Prognosefaktor bei der Behandlung von Kindern mit akuter Herzinsuffizienz
    • frühe Messungen (innerhalb von 12 – 24 h nach Diagnose) haben prognostischen Wert und sind für die Risikostratifizierung bei akuter Herzinsuffizienz bei Kindern hilfreich
  • WES (Ganzexom-Sequenzierung) anstelle eines gezielten Kardiomyopathie-Panels bei Kindern mit akuter Herzinsuffizienz (AHF) durchführen
    • CAVE: Feststellung einer spezifischen Diagnose hat ggf. keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Entscheidungen zur klinischen Behandlung
    • junge Patient*innen (d. h. < 2 Jahre) oder Patient*innen mit Multisystemerkrankung könnten im Vergleich zu älteren Patient*innen möglicherweise stärker von einer WES als Erstuntersuchung profitieren

Therapie

  • frühzeitige (d. h. innerhalb von 6 h nach Auftreten der Symptome) statt später Diuretika-Therapie (> 6 h) bei Kindern mit neu aufgetretener symptomatischer Herzinsuffizienz
    • angemessene Überwachung des Ansprechens auf Diuretika, inkl. der Beurteilung des intravaskulären Flüssigkeitsstatus, von Elektrolytstörungen und der Nierenfunktion, ist erforderlich, um das Risiko von Schäden zu minimieren
  • Leitlinien-konforme medikamentöse Therapie nicht nacheinander, sondern abwechselnd bei Kindern mit neu aufgetretener Herzinsuffizienz einleiten
    • bei Patient*innen mit klinisch kompensierter, neu aufgetretener Herzinsuffizienz, bei denen keine Kontraindikationen für die Einleitung einer Therapie mit ACE-Hemmern/ARNI oder Betablockern vorliegen (d. h. schwere Nierenfunktionsstörung, Elektrolytstörungen oder Herzblock), abwechselnde GDMT-Strategie in Betracht ziehen
    • je nach klinischem Zustand oder nach dem Ermessen entweder zunächst RAAS-Hemmer oder Betablocker verabreichen
    • Anfangsdosis und Intervalle für Dosiserhöhung sollten sich nach klinischem Ansprechen richten
    • nach Einleitung oder Dosiserhöhung von Mitteln zur Senkung der Nachlast und der Herzfrequenz Herzfrequenz und Blutdruck zu Beginn der Behandlung sowie alle 30 min bis zu 2 h nach Gabe überwachen
  • Milrinon als bevorzugtes Inotropikum ggü. Dobutamin oder Levosimendan bei Kindern mit akuter Herzinsuffizienz
    • Behandlung mit Milrinon sollte bei symptomatischer Herzinsuffizienz eingeleitet werden und nicht allein auf Grundlage echokardiographischer oder anderer bildgebender Befunde
    • RR, Herzfrequenz, körperliche Anzeichen der Durchblutung sowie HZV-Marker (gemischte venöse Sättigung, Laktat usw.) überwachen, um Veränderungen zu erkennen und Dosis ggf. anzupassen (CAVE: auch Nieren- und Leberfunktion überwachen)
    • Dauer der Milrinon-Therapie so kurz wie möglich, um das gewünschte klinische und hämodynamische Ansprechen zu erreichen, wobei versucht werden sollte, die Therapie unter engmaschiger Überwachung auslaufen zu lassen und gleichzeitig auf enterale Herzinsuffizienz-Therapien umzustellen
    • bei kardiogenem Schock oder Hypotonie ggf. andere Inotropika (z.B. Adrenalin, Noradrenalin usw.) Milrinon vorziehen (CAVE: Einzelfallentscheidung)
  • keine routinemäßige invasive Überwachung mittels Pulmonalarterienkatheter bei Kindern mit akuter Herzinsuffizienz
  • Implantation eines VAD vor Auftreten eines kardiogenen Schocks oder bei Kindern mit einer medikamentös nicht behandelbaren akuten Herzinsuffizienz (d.h. INTERMACS/PEDIMACS-Profil ≥ 2), anstatt abzuwarten bis ein kardiogener Schock vorliegt (d.h. INTERMACS/PEDIMACS-Profil 1)
    • ideale Zeitpunkt bzw. das ideale INTERMACS/PEDIMACS-Profil für die Implantation eines VAD bei Kindern mit symptomatischer Herzinsuffizienz ist bislang nicht bekannt
  • Einsatz einer temporären mechanischen Kreislaufunterstützung (wie z.B. Zentrifugalpumpe oder perkutanen Axialpumpen) anstelle einer VA-ECMO
    • Empfehlung bei den verschiedenen Untergruppen pädiatrischer Patient*innen mit akuter Herzinsuffizienz sorgfältig anweden
    • kontinuierliche Überwachung ist unerlässlich, um den sicheren und wirksamen Einsatz von tMCS zu gewährleisten
  • Dekompression der linken Herzkammer innerhalb der ersten 24 h bei Kindern, die wegen einer akuten Herzinsuffizienz (AHF) mit VA-ECMO behandelt werden

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Published inLeitlinien kompakt

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